Bindeglied zwischen Bürgern und Polizei Freiwilliger Polizeidienst in Bergen-Enkheim

Revierleiter Reiner Ohmer (links) und Schutzmann vor Ort Andreas Lemp (rechts) freuen sich über die freiwillige Unterstützung von Ralf Gertich und Salvatore Ciprioti (Mitte). Foto: sh

Bergen-Enkheim (sh) – Salvatore Ciprioti und Ralf Gertich hatten vor Kurzem ihren ersten Einsatz. Sie und fünf weitere Kollegen sind zu Fuß als freiwilliger Polizeidienst in Bergen-Enkheim, Fechenheim und dem Riederwald unterwegs. Die ehrenamtlichen Helfer zeigen polizeiliche Präsenz in den genannten Stadtteilen und verstehen sich als Bindeglied zwischen Bürgern und Berufspolizei.

„Manchen Menschen fällt es leichter, einen Polizisten anzusprechen, den sie auf der Straße treffen, als zum Revier zu gehen“, sagt Ciprioti. Kontakt zu den Bürgern herzustellen gehöre zu den Hauptaufgaben der Polizeihelfer. Zwar seien sie auch befugt, Identitätsfeststellungen vorzunehmen und können auch Platzverweise auszusprechen, aber es gehe beim freiwilligen Polizeidienst weniger darum, Dinge durchzusetzen, sondern zu vermitteln, erläutert Andreas Lemp, Schutzmann vor Ort in Bergen-Enkheim. Die Berufspolizisten des Bergen-Enkheimer Reviers betreuen die freiwilligen Polizeihelfer und stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Freiwilliger Polizeidienst zeigt Präsenz in Bergen-Enkheim und Fechenheim

Der freiwillige Polizeidienst geht immer mindestens zu zweit auf Fußstreife. Die Zeiten – 20 Stunden im Monat sind vorgesehen – können sich die Polizeihelfer selbst einteilen und entsprechend mit der Dienstgruppenleitung des Bergen-Enkheimer Reviers absprechen. Bei ihren Einsätzen tragen die Polizeihelfer selbstverständlich auch Uniform. „Bei unserer ersten Streife in Bergen-Enkheim haben viele erst einmal skeptisch geschaut. Jemand fragte, ob wir überhaupt echt seien. Aber nach kurzen Gesprächen, in denen wir uns und unsere Aufgabe vorgestellt haben, erhielten wir durchweg positive Rückmeldungen“, berichtet Ralf Gertich. Ihren allerersten Einsatz hatten Gertich und Ciprioti bereits bei der Entschärfung der Weltkriegsbombe im Frankfurter Westend. „Wir haben zwei Tage vor der Entschärfung Flyer im Sperrgebiet verteilt und die Menschen dort über die Evakuierung des Geländes informiert. Wir waren überrascht, dass so viele dort nicht Bescheid wussten“, sagt Ciprioti. 

Revierleiter Reiner Ohmer bewertet die Polizeihelfer als gute Ergänzung

Der Leiter des Bergen-Enkheimer Reviers, Reiner Ohmer, bewertet den freiwilligen Polizeidienst als gute Ergänzung. „Wir können nicht überall sein und die Polizeihelfer unterstützen uns. Sie sind das Bindeglied aus der Bevölkerung für die Bevölkerung“, sagt er und Andreas Lemp ergänzt: „Vor allem jetzt, wenn die dunkle Jahreszeit beginnt, können gar nicht genug Fußstreifen unterwegs sein.“

In 50 Stunden erlernten die freiwilligen Polizeihelfer, was für ihre Aufgabe nötig ist. Dazu habe auch ein Selbstverteidigungskurs gehört, falls es doch einmal zu brenzligen Situationen kommen sollte. „Einschreiten soll der freiwillige Polizeidienst nur im äußersten Notfall. In den Brennpunkt-Stadtteilen wie der Innenstadt und dem Bahnhofsviertel sind gar keine Polizeihelfer im Einsatz, weil es dort zu gefährlich ist“, erklärt Lemp.

42 Polizeihelfer sind auf fünf Standorte in Frankfurt verteilt

Seit 2007 gibt es den freiwilligen Polizeidienst in Frankfurt, verankert ist dieser im „Gesetz für die aktive Bürgerbeteiligung zur Stärkung der inneren Sicherheit“. Bislang sind 42 Polizeihelfer auf fünf Standorte in Frankfurt verteilt, wobei vorgesehen ist, dass der Einsatzort nicht dem Wohnort des Polizeihelfers entspricht. In Bergen-Enkheim, Fechenheim und dem Riederwald sind ab sofort neben Salvatore Ciprioti und Ralf Gertich noch Ali Hadui, Cagdas Buyar, Kristof Kuhn, Olivier Meldau und Pascal Socha auf den Straßen zu sehen.

Wer sich für eine Arbeit als freiwilliger Polizeihelfer interessiert, kann sich mit dem Polizeipräsidium Frankfurt in Verbindung setzen und sich dort bewerben.

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