OGV Bergen-Enkheim feiert 125-jähriges Bestehen Ein Herz für die Natur

Gut gelaunt bei der 125-Jahr-Feier des OGV: Christian Emmel (links) und Helmut Kubesch. Bild: Ruben Süßenberger

Bergen-Enkheim (rus) – Auch wenn die Streuobstwiesen am Berger Hang auf viele einen verwahrlosten Eindruck machen, sollte man nicht vergessen, dass der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Bergen-Enkheim mit aller Kraft gegen den Verfall dieser Naturgüter kämpft. Am vergangenen Sonntag feierte der Verein sein 125-jähriges Bestehen.

Die Jubiläumsfeier fand im Lehrgarten des OGV neben dem Bergen-Enkheimer Schützenhaus statt. „Wir haben uns bewusst gegen eine akademische Feier im Saalbau oder so entschieden“, erklärt der Vereinsvorsitzende Christian Emmel. „Wir wollten ein gemütliches Sommerfest hier im Garten haben.“ Trotz des bewölkten Himmels war das Sommerfest sowohl von Senioren als auch von Familien gut besucht. Neben mehreren Ständen mit Produkten des Vereins gab es auch eine Rollenrutsche für die jüngeren Gäste.

„Den Garten hier haben wir seit 1974“, erinnert sich das langjährige Vereinsmitglied Helmut Kubesch. Mit der Eingemeindung in die Stadt Frankfurt wurde dem OGV vor 50 Jahren das Gelände zur Verfügung gestellt. Entstanden ist der Garten aus der Idee, den Mitgliedern Tipps zu geben. Jährlich finden dort mehrere Schnittkurse für Garten- und Streuobstwiesenbesitzer statt. „Das hätten die Gründungsväter damals nicht gedacht, dass wir hier einmal so etwas anbieten“, sagt Kubesch. In den Anfängen des OGV ging es nur darum, Ertrag zu produzieren und die Mitglieder bei der Vermarktung zu unterstützen. Der Verein ist mit der Zeit gegangen. Aktuell setzt er sich sehr für den Erhalt der Streuobstwiesen in Bergen-Enkheim ein. „Leider kümmern sich viele Eigentümer gar nicht mehr um ihre Grundstücke oder machen nur das Nötigste“, bedauert ein jüngeres Vereinsmitglied. „Es werden immer wieder junge Familien gesucht, die Streuobstwiesen bewirtschaften wollen“, sagt Emmel.

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Auch wenn sich die Aufgaben des Verbands gewandelt haben, ist die Unterstützung und Beratung bei der Verarbeitung und dem Verkauf der Produkte nach wie vor ein Anliegen. Hinzu kommt heute die Aufklärung über umweltgerechten Gartenbau. „Wir machen Sortenberatung und erklären auch, wie man richtig pflanzt“, sagt Kubesch. In Zeiten erhöhter Trockenheits- und Hitzegefahr wird zum Beispiel die Maulbeere als widerstandsfähigeres Obstgehölz vorgestellt. Auch wenn – ganz im Sinne der Bergen-Enkheimer Apfelweinkultur – Äpfel nach wie vor am häufigsten angebaut werden, geht die Produktpalette des OGV weit über Saft und Gelee hinaus.

Der 1899 gegründete Verein hat sich stark gewandelt. Der Kern ist geblieben, drumherum ist der OGV heute ein Angebot für Gartenfreunde aller Art und ein Vorbild in Sachen Naturschutz und Erhalt der Streuobstwiesen. Ihm ist es maßgeblich zu verdanken, dass der Berger Hang jedes Jahr aufs Neue blüht.