Bergen-Enkheim bei Lesefest „Frankfurt liest ein Buch“ dabei Kunst, Frankfurt und New York

Matthias Keller (links) präsentierte Auszüge aus dem Roman „Zebras im Schnee“, Martin Loos spielte Musik dazu. Bild: Ruben Süßenberger

Bergen-Enkheim (rus) – Das Lesefestival „Frankfurt liest ein Buch“ ging in diesem Jahr in die 15. Runde. Der Roman „Zebras im Schnee“ von Florian Wacker wurde vom 22. April bis zum 5. Mai in Etappen an verschiedenen Orten in ganz Frankfurt vorgelesen.

Seit 2009 ist es Tradition, dass der Verein „Frankfurt liest ein Buch“ jährlich Lesungen zu einem ausgewählten Buch organisiert. Dieses Buch soll einen Bezug zur Stadt Frankfurt haben und die Frankfurter anregen, über den Inhalt ins Gespräch zu kommen. „Zebras im Schnee“ ist erst Ende vergangenen Jahres erschienen. Der Roman verbindet das Frankfurt der 20er und 30er Jahre mit dem New York von heute: Ein amerikanischer Kunsthistoriker versucht, ein Foto aus der Jugendzeit seiner verstorbenen Mutter zurückzuverfolgen. Stück für Stück kommt er der Geschichte seiner Mutter auf die Spur. Sie handelt von Liebe, Kunst und dem Wunsch nach Freiheit im Schatten des heraufziehenden Nationalsozialismus.

Zwei Auszüge aus dem Buch wurden in den Räumen der Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim im Hessen-Center vorgestellt. Es las Matthias Keller, der als Schauspieler, Hörspielsprecher und Musiker weit über Frankfurts Grenzen hinaus bekannt ist. Begleitet wurde die Lesung von dem Gitarristen und Komponisten Martin Loos. Zwischen den einzelnen Kapiteln griff er die Stimmung des Gelesenen musikalisch auf. „Ich finde die Idee mit der Gitarre super“, sagte ein Zuschauer. „Man kann sich richtig in das Buch hineinversetzen.“ Nach der einstündigen Lesung waren die Besucher eingeladen, noch etwas zu bleiben und über das Gehörte zu diskutieren. Es ging um Kunst und Architektur der 30er Jahre, um Flucht vor dem NS-Regime und um Familienzusammenhalt. Die Veranstaltung war zweifellos ein Erfolg.