Ursprüngen der Filme von Hitchcock auf der Spur Lesung mit Jens Wawrczek bei „Bergen erlesen“

Synchronsprecher und Hörbuchinterpret Jens Wawrczek stellte in der Buchhandlung „Bergen erlesen“ sein Hörbuch-Label Audoba vor. Foto: sh

Bergen-Enkheim (sh) – Ein ganz besonderer Hörgenuss erwartete die Besucher der Buchhandlung „Bergen erlesen“, als der bekannte Schauspieler, Synchronsprecher und Hörspielsprecher Jens Wawrczek am Lesetisch Platz nahm. Seine Stimme ist vielen von den Hörspielen „Die drei ???“ bekannt, wo er den zweiten Detektiv Peter Shaw spricht. Kriminalistisch ging es dann auch in Anna Doepfners Buchladen zu, denn Wawrczek stellte sein eigenes Hörbuch-Label Audoba vor, unter welchem er Hörbücher der literarischen Vorlagen liest, die von Alfred Hitchcock-verfilmt wurden.

Der Name seines Hörbuch-Labels Audoba setze sich aus den ersten beiden Buchstaben der Vornamen seiner Lieblingsschauspielerinnen Audrey Hepburn, Doris Day und Barbra Streisand zusammen, ließ der sympathische Vorleser seine Zuhörer – und die waren reichlich gekommen – wissen. Er berichtete von seiner Begeisterung für die Filme von Alfred Hitchcock und wie er sich wie ein Spürhund auf die Suche nach den literarischen Vorlagen der Film-Klassiker wie „Marnie“ oder „Vertigo“ gemacht habe. Beim Durchstöbern von Antiquariaten habe er wahre Schätze gefunden, die es in gedruckter Form nicht mehr im Handel gebe. „Jetzt gibt es sie als Hörbuch“, sagte Wawrczek.

Jens Wawrczek beweist sein ganzes Können als Sprecher

Der Hörbuchinterpret bewies eindrucksvoll sein ganzes Können als Sprecher. Er trug spannende Passagen aus den Romanen vor, indem er in die Handlung und die Figuren eintauchte und diesen mit seiner Stimme Substanz und Tiefe verlieh. Außerdem vermittelte Wawrczek zahlreiche Fakten über die Änderungen, die Hitchcock an den literatischen Vorlagen vornahm und wusste viel über die Autoren der ursprünglichen Geschichten zu berichten.

Kostproben aus Romanen, die Hitchcock als Filmvorlage dienten

Die Zuhörer freuten sich über Kostproben aus den Romanen, die Hitchcock zu „Verdacht“, „Eine Dame verschwindet“, „Fenster zum Hof“, „Vertigo“ sowie „Marnie“ und „Immer Ärger mit Harry“ verfilmte. Über „Marnie“ sagte Wawrczek, dass die Romanvorlage von Winston Graham das Bild einer der ungewöhnlichsten Heldinnen zeichne, die ihm je begegnet sei. Satte 674 Minuten Spielzeit hat das Hörbuch und das Einlesen sei ausgesprochen intensiv gewesen. „Danach hatte ich eine Depression“, erklärte Wawrczek. Für seinen kleinen Einblick in „Marnie“ hatte der Künstler eine dramatische Fuchsjagd-Szene gewählt, bei der das Pferd der Hauptdarstellerin aufgrund eines gebrochenen Beins erschossen wird.

Humoristischer Abschluss mit „Immer Ärger mit Harry“

Alle Zuhörer, die daraufhin noch einen Kloß im Hals hatten, freuten sich über den humoristischen Abschluss der Lesung mit „Immer Ärger mit Harry“. Der Kurzroman, auf dem der Film um eine Leiche und zu viele Mörder basiert, sei zunächst nirgends aufzutreiben gewesen. Schließlich wurde Wawrczek in einem Antiquariat in Schottland fündig. „Ich habe für das Buch, das schon halb auseinandergefallen war, ein Vermögen bezahlt, aber es hat sich gelohnt“, berichtete Wawrczek im Hinblick auf den tollen, britischen Humor. Auf der Suche nach einem Übersetzer stieß der Hörbuchinterpret auf Miriam Mandelkow, die nicht nur den richtigen Ton traf, sondern auch eine damalige Schulkameradin von Wawrczek war.

Nach der Lesung signierte der Künstler gerne seine Hörbücher und stand für Gespräche mit den Besuchern bereit. Weitere Informationen gibt es unter www.jenswawrczeck.de.

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