Miteinander beim Basteln ins Gespräch kommen

Aktion für mehr Nachbarschaft im Frankfurter Ostend

Silke Burkhart (Zweite von links) mit Julia Messerschmidt, Petra Rothe und Nora Rosenberger am Basteltisch. Foto: Faure

Ostend (jf) – Zum Weihnachtsbasteln hatten Julia Messerschmidt und Nora Rosenberger mit ihrer Mentorin Petra Rothe am ersten Advent ins Nachbarschaftszentrum Ostend eingeladen. Trotz Schneefalls waren elf Interessierte gekommen – alles Frauen, alle aus dem Ostend.

Silke Burkhart von Art of Cards erklärte, worum es ging: „Wir wollen besondere Karten für Weihnachten basteln. Das System, das vor über 30 Jahren in den USA entwickelt wurde, hat mich überzeugt.“ An fünf Stationen, die im Café des Nachbarschaftszentrums (NBZ) Ostend eingerichtet waren, konnte nach Herzenslust geschnitten, gefaltet, gestempelt und geklebt werden. Natürlich kamen die Teilnehmer an den Tischen schnell miteinander ins Plaudern.

Stadtteilbotschafterinnen wollen etwas bewirken

„Wir hatten das Bastelangebot vorab getestet und fanden es gut. Basteln und miteinander reden funktionieren“, sagte Julia Messerschmidt. Sie und Nora Rosenberger sind die Stadtteilbotschafterinnen der sechsten Generation und wollen im Quartier etwas bewirken: „Kennen(lernen) im Ostend“ heißt ihr Projekt im Zeitraum 2017/18. Ein Vierteljahr lang haben sie diesen ersten Workshop vorbereitet. Der Kontakt zu Silke Burkhart kam schnell zustande. Burkhart gehört, wie Petra Rothe erklärte, zur großen Stiftungsfamilie der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, die das Projekt Stadtteilbotschafter 2007 ins Leben rief und betreut. In diesem Jahr trat im Übrigen die jüngste Stadteilbotschafter-Generation an.

Wie kommen zwei sechzehnjährige Mädchen dazu, sich zu engagieren? In den Elternhäusern wurden die Grundlagen gelegt, Väter und Mütter sind ebenfalls im sozialen Bereich aktiv. Julia Messerschmidt absolvierte zudem das Kolleg für junge Talente der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. „Uns ist aufgefallen, dass man sich im Ostend nicht so gut kennt und nicht so schnell miteinander ins Gespräch kommt. Das wollen wir ändern“, erklärte Nora Rosenberger. Wenn es gut läuft, stärken die beiden Helmholtz-Schülerinnen sowohl Nachbarschaft als auch Integration im Viertel. Bis September 2018 haben sie sich dazu noch einiges vorgenommen.