IGS Herder schützt Kinder mit Ampelsystem vor Übergriffen Anschreien ist im gelben Bereich

Die Teamvertreter mit den den Verhaltensregeln: Ein Ampelsystem hilft an der IGS Herder bei der Wahrung der Rechte der Kinder. F.: Faure

Ostend (jf) – Darf man Kinder und Jugendliche anschreien? Nach der nun geltenden vierfarbigen Ampel gehört das in den gelben Bereich, ist also eine unabsichtliche Grenzverletzung. Kommt es wiederholt vor, sollte darüber geredet werden. Das sogenannte Ampel-Verfahren soll an der IGS Herder Schule machen, um Kinder und Jugendliche vor übergriffigem Verhalten der Erwachsenen zu schützen.

„Es war ein langer Prozess, der bereits Ende 2017 angestoßen wurde. Nun gibt es Tafeln mit Verhaltensregeln und einer Ampel in den Farben Grün, Gelb, Orange und Rot“, erläuterte die Leiterin der IGS Herder, Martina Neumann-Beer. Den pädagogischen Kräften stand die Jugendhilfe in Person von Barbara Weichler, zuständige Koordinatorin, zur Seite. „Wir haben außerdem ein Beschwerdemanagement der Mädchen und Jungen gestartet und uns nicht vorgestellt, dass wir so lange darüber diskutierten.“

Ausgangspunkt für alle Projekte ist die Frage, welches Verhalten wünschenswert ist, wie also miteinander umgegangen werden soll. „Es geht dabei natürlich auch um solche Dinge wie Machtverlust bei den Erwachsenen und den sinnvollen Einsatz von Macht“, sagte Weichler. Nun sollen die erarbeiteten Verhaltensregeln in die Tat umgesetzt werden. Weichler lobte die Atmosphäre an der IGS Herder, seit elf Jahren ist die Jugendhilfe an der Schule tätig: „Es wurde schon immer gut reflektiert.“

Neumann-Beer überreichte den Teams der Schule – für jede Jahrgangsstufe gibt es ein solches Team – die eingerahmten Verhaltensregeln auf großen Tafeln, bedankte sich beim Kollegium für das Engagement und wies darauf hin, dass dieses Projekt Ende des kommenden Schulhalbjahres evaluiert und gegebenenfalls modifiziert werden soll. Die Regeln gelten nicht nur für die Lehrer, sondern auch für Mitarbeitende in der Jugendhilfe, Ganztags- und Verwaltungskräfte, Teilhabe-Assistenten, Hausmeister. Alle sollen sich an die Ampel halten. Die Kinder und Jugendlichen sind dabei, ein Beschwerdemanagement und eine eigene Ampel zu entwickeln. Zu diesem Thema sollen erste Ergebnisse Ende des Jahres auf den Tisch kommen.

Ziel aller Projekte ist es, ein Klima an der Schule zu schaffen, in dem die Erwachsenen reflektiert und fehlerfreundlich über ihren Umgang mit den Kindern und Jugendlichen sprechen und sich gegenseitig auf grenzwertige Situationen aufmerksam machen. Die Fünft-bis Zehntklässler werden darüber informiert und kennen und nutzen ihre Rechte, wenn es notwendig werden sollte.

Damit hat sich die IGS Herder Verhaltensrichtlinien gegeben, über die lange und engagiert diskutiert wurde. Nun gilt es, dass das rund 60-köpfige Kollegium und die anderen an der Schule tätigen Erwachsenen die Theorie in die Praxis umsetzen – für die etwa 600 Kinder und Jugendlichen und mit ihnen.