Vorbereitungskurs auf die Kenntisprüfung zur Approbation für Mediziner

Beramí bietet Hilfe für geflohene Mediziner

Auf der Suche nach weiteren ehrenamtlichen Helfern stellte Berami jetzt den hessenweit einzigartigen Vorbereitungskurs auf die Kenntnisprüfung zur Approbation als Mediziner vor. Unser Bild: Dr. Christian Klepzig (von links), Susan Issa und Zaher Mohammad. Foto: Schieder

Bornheim (ms) – Seit 25 Jahren kümmert sich Beramí um die berufliche Beratung von Migranten und ihre Integration in das deutsche Berufsleben. Dabei geht es oft auch um die Anerkennung im Ausland erworbener Bildungsabschlüsse und Berufsausbildungen. Hierbei arbeitet Beramí mit der IHK und anderen Institutionen zusammen.

Seit April wird ein Vorbereitungskurs auf die Kenntnisprüfung zur Approbation als Arzt für 43 Humanmediziner, davon 13 Ärzte und 12 Ärztinnen, und 18 Zahnmediziner aus 13 Nationen abgehalten. Etwa 50 Prozent der Humanmediziner sind Allgemeinmediziner. Dabei sind aber auch Spezialisten wie Herzchirurgen, Internisten, Orthopäden, Urologen, Gynäkologen und andere. 57 Mediziner stehen bereits auf der Warteliste für den nächsten Kurs.

„Es war für uns eine große Herausforderung“, stellte Sükrye Altun Mangel von Beramí kürzlich bei einer Präsentation in der Burgstraße 106 fest.

„Die Formalien sind hier anders und die Beherrschung der deutschen Sprache sowie der hier üblichen Fachausdrücke notwendig“, erklärte Atilla Vurgun, der medizinisch-fachmännische Leiter des Projekts. Voraussetzung ist, dass die Teilnehmer eine gleichwertige Ausbildung haben. Trotzdem gebe es Defizite in den Kenntnissen, weil ihnen bestimmte Qualifikationen fehlen, die in ihren Herkunftsländern keine Rolle spielen. Dazu kommen die bei uns üblichen Abläufe mit Ämtern und Behörden.

Das Angebot ist in vier Modulen angelegt, wobei auch Quereinstiege möglich sind. Der Kurs wird vom Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen und der Landeszahnärztekammer unterstützt. Dazu gibt es auch Einzelcoaching bei einer Psychologin und ehrenamtliche Sprachpaten. Inzwischen gibt es dafür auch Bildungsgutscheine von Arbeitsagenturen und Jobcenter, aber auch Selbstzahler können teilnehmen.

Zum Kurs gehört eine zweimonatige Hospitation in einer Arztpraxis oder Klinik, damit die Teilnehmer den deutschen Arbeitsalltag kennen lernen.

Dr. Christian Klepzig, Allgemeinmediziner und Diabetologe, aus Offenbach hat sich bereits vor einem Jahr als ehrenamtlicher Pate engagiert. Dabei hatte er viele Herausforderungen und Hürden zu überwinden. Mit seiner ersten Hospitantin hat er gute Erfahrungen gemacht. „Sie fand bei den Patienten große Akzeptanz, so dass ich auch mal eine Kaffeepause einlegen konnte“, erzählte Klepzig. Auch seine Familie engagiert sich als Sprachpaten.

Jetzt hat er gleich zwei Hospitanten. Die junge Medizinerin Susan Issa, die in Damaskus Medizin studiert hat, seit einem Jahr in Deutschland lebt und schon sehr gut Deutsch gelernt hat. Dazu kommt der Urologe Zaher Mohammad, der gebürtiger Afghane ist und in der Ukraine seine Fachausbildung gemacht hat. Er ist aus der Ostukraine wegen des Krieges geflohen.

Größte Verständigungsschwierigkeiten gibt es oft dadurch, dass deutsche Redewendungen unbekannt sind. Aber alle Kursteilnehmer sind sehr engagiert und ehrgeizig.

Angesichts der vielen Interessenten für den Vorbereitungskurs sucht Berami mehr ehrenamtliche Helfer und zwar sowohl Sprachpaten als auch Ärzte als Dozenten und Hospitationspaten.

Wer sich engagieren möchte, kann sich an Sükriye Altun Mangel (altun[at]mangel[dot]de) oder Attila Vurgun (vurgun[at]beramit[dot]de) wenden.

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