Wohlfühlhaus für Wonneproppen und Schmusebabys

Bornheim: Leitungswechsel im Zentrum Mukiva

Margit Martin-Marx (links) und Sabine Neumann bei Mukiva. Foto: Faure

Bornheim (jf) – „Es war ein langer und geplanter Abschied“, erzählt Margit Martin-Marx. Bereits im September 2016 informierte sie den Mukiva-Vorstand über ihr Vorhaben, sich nach vielen Jahren in der Leitung des Vereins etwas Neues suchen zu wollen. Sie möchte nochmal durchstarten, neu anfangen, auf einem anderen Gebiet. „Mein letzter Tag am 31. Dezember 2017 war eine Punktlandung. Und seit 1. Januar 2018 gibt es mit Sabine Neumann eine neue Leiterin“, erklärt Martin-Marx aufgeräumt.

1995, als ihr Sohn geboren wurde, kam Margit Martin-Marx mit Mukiva in Kontakt. Der Verein, gegründet von sieben Frauen, war damals sieben Jahre alt und hatte seit 1992 sein Domizil in der Petterweilstraße. „Ich habe dann Kurse übernommen, wurde Spielgruppenleiterin und schließlich in den Vorstand gewählt“, erinnert sich Martin-Marx. Sie denkt dabei auch an schwierige Jahre, die sich erst 2005 glätteten, als sich Mukiva zu einer Familienbildungsstätte entwickelte. Im März 2009 wurde mit dem Umzug in das Areal des ehemaligen Bornheimer Straßenbahndepots in der Rendeler Straße endgültig ein Kinder- und Familienzentrum etabliert. Noch im gleichen Jahr entstand die Krabbelstube „Bimmelbahn“ mit 22 Betreuungsplätzen für unter Dreijährige, geöffnet Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 17.30 Uhr.

In den über 20 Mukiva-Jahren, die Martin-Marx wesentlich mitprägte, hat sich viel verändert: „Wir hatten 1998 rund 150 Mitglieder, heute sind es noch 80 Mitglieder-Familien. Keiner will sich mehr binden, das betrifft nicht nur unseren Verein“, urteilt die Engagierte. Allerdings gehören viele Krabbelstuben-Eltern dem Verein an – manche seit 15 Jahren. Seit 2007 besuchen mit Einführung des Elterngeldes Mütter und Väter etwa anderthalb Jahre das Zentrum – die Verweildauer wurde kürzer, der Durchlauf schneller. „Und es gibt mehr Väter, die sich um ihren Nachwuchs kümmern“, fügt Martin-Marx hinzu.

Projekte stärken Umweltbewusstsein

So ein bisschen bleibt die couragierte Mukiva auch künftig verbunden: Sie kümmert sich um ein auf zwei Jahre angelegtes Projekt unter dem sperrigen Titel „Nachbarschaft stärken, Klima schützen, Ideen gestalten – nachhaltig aktiv für die Bornheimer, die Bienen und ein besseres Klima“. „Bestimmt fällt uns noch etwas Griffigeres ein“, lacht sie. Doch das ist Zukunftsmusik, braucht noch Zeit. „Auf jeden Fall wird damit das Portfolio des Kinder- und Familienzentrums in Sachen Umweltbildung erweitert“, stellt Martin-Marx fest.

Sabine Neumann, die neue Mukiva-Leiterin, war wie ihre Vorgängerin auf der Suche nach einer anderen Aufgabe. „Ich war viele Jahre im pädagogischen Bereich tätig und bin über die Stellenausschreibung gestolpert; gesucht wurde eine neue ‚Scheffin’ – ich fand die Schreibweise witzig. Und die Kombination aus Krabbelstube und Familienbildung spannend“, bemerkte die Mutter von drei Kindern und vierfache Omi. Der aus sechs Frauen bestehende Mukiva-Vorstand hat sich für Neumann, eine Frau mit viel Erfahrung, entschieden. 

Die „Neue“ will das rund 30 Mitarbeiter starke Team – darunter übrigens auch zwei Männer – nicht umkrempeln: „Ich übernehme ein super gut strukturiertes Haus und keine Baustelle. Diese Bedingungen möchte ich stabil halten“, formuliert sie ihre Vorstellungen. Neben der Krabbelstube gibt es zwei Eltern-Kind-Gruppen für bis Einjährige, zwei Väter-Gruppen mit Kindern bis zum Schulalter, zwei selbstorganisierte Gruppen, eine feste bilinguale deutsch-französische, eine arabische Spiel- und eine Musikgruppe. „Wir haben rund zehn Angebote und Kurse, dazu kommen die offenen Treffs“, erläutert Neumann.

Sprachcafé, Computerkurse und Stadterkundungen

„Seit Ende 2015 kooperieren wir mit der SG Bornheim, organisieren gemeinsam ein Sprachcafé für Frauen und haben kürzlich auch einen Computerkurs ins Leben gerufen. Stadterkundungen werden angeboten, im Herbst ist eine Freizeit geplant“, ergänzt Martin-Marx. Zwischen 50 und 70 Kinder mit Eltern sind täglich in den Räumen in der Rendeler Straße zu Gast. Der Wasserschaden 2016 hat Mukiva noch mehr zusammengeschweißt: „Da haben wir Krisenerfahrung gewonnen“, sagt die langjährige Leiterin. Nein, eine Erschütterung sei das nicht gewesen, da denke sie an ganz andere Ereignisse; plötzliche Todesfälle beispielsweise. „Man bekommt viel mit, was in den Familien passiert. Und das trifft einen dann auch.“

Dass Mukiva gut funktioniert, liegt an ein paar Regeln, die beachtet werden müssen: Jeder darf sein, wie er ist, solange die Gemeinschaft nicht beeinträchtigt wird. Geredet wird nicht übereinander, sondern miteinander. Und jeder ist gleich wichtig. Mit solchen eigentlich simplen Regeln lässt sich gut arbeiten und leben. Fehlt nur noch eine oder ein ausgebildete(r) Erzieher(in) für die Krabbelstube, damit das Team bald wieder komplett ist.

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