Akrobatische Tänze und Trump-Double in der Bütt

Bornheim: Schlippcher feiern Sitzung mit vielen Gästen

Mit einem temporeichen Jazztanz in leuchtenden Kostümen erfreute die Dance Cooperation der Stichlinge das Publikum. Fotos (2): Faure

Bornheim (jf) – Der Carneval-Club Frankfurter Schlippcher besteht 2018 im 66. Jahr – dieses zur Fastnacht passende Jubiläum wurde auf der Prunksitzung im Saalbau Bornheim mit einem spannenden Programm gefeiert. Die Organisatoren hatten sich in der Tat viel einfallen lassen. 

Traditionell zündete das Darmolmännchen (Martina Emmanuele) die Lämpchen auf der Bühne an, damit dem Elferrat ein Licht aufgehen möge. Der marschierte dann ein und brachte die ersten prominenten Gäste mit; das Prinzenpaar Mathias I. und Conny I. sowie das Kinderprinzenpaar Nicolas I. und Shanice I. samt Hofstaat. Tollität und Lieblichkeit würdigten das Jubiläum unter dem Motto „Mit 66 Fastnachtsjahren sind die Schlippcher gut gefahren. Lasst uns weiter lachen, singen und so mit Brauchtum Freude bringen“. Mit einem Marschtanz leitete die Dance Cooperation des KV Die Stichlinge aus Niederrad die Sitzung ein. Die Garde ist seit vielen Jahren Stammgast bei den Schlippchern.

„Make Fassenacht great again"

Willi Windhund alias Horst Radelli von den Mombacher Bohnebeiteln ließ sich auch mit 70 Jahren „das Maul nicht verbieten“. Als Redner habe man es zurzeit schwer, „steht nur rum und schreibt den Vortrag jeden Tag um“. Sarkastisch und in einem rasanten Parforceritt kritisierte er die noch immer verhandelnde Regierung und ihre Protagonisten, sprach über aktuelle Themen, „political correctness“, nervende Werbung, sexuelle Belästigung. Die Bütt konnte gleich stehenbleiben, angereist per Kickboard von den Offenbacher Kolping-Elfen berichtete Wolfgang Braun vom schwierigen Start seines Sports mit diesem Gerät, einer Kombination aus Skateboard und Tretroller und warnte vor Gullydeckeln mit Schlitzen.

Dann wurde es ernst, der Ministerpräsident Georg Stefansky forderte das Publikum auf, sich zu erheben. Donald Trump alias Jürgen Leber betrat, begleitet von zwei Sicherheitsleuten, Helmut Schultheis und Krister Graf von den Schlippchern, den Saal. Die klare Botschaft: „Make Fassenacht great again.“ Die Freak-Show der Marionetten vom JSK Jügesheim in zauberhaften Kostümen folgte. Mehr als 20 Musiker marschierten anschließend auf die Bühne: Der seit 55 Jahren bestehende Spielmanns- und Fanfarenzug Ronneburg überraschte das Publikum mit bekannten Melodien in frischen Arrangements.

Satirische Jahresbilanz sorgt für Lacher

Der Protokoller fehlte bei den Schlippchern nicht: Ralf Falkenstein zog eine satirische Jahresbilanz, die einige Ereignisse kritisch und bissig unter die Lupe nahm. Er kritisierte die Diätenerhöhung im Bundestag kurz vor Weihnachten: „Politiker füll’n sich die Taschen, und Rentner sammeln Plastikflaschen.“ Außerdem flocht er in sein scharfzüngiges Jahresresümee selbst gereimte Lieder zur Gitarre ein. Die Dance Cooperation der Stichlinge erfreute das Publikum ein zweites Mal; nun mit einem temporeichen Jazztanz in leuchtenden Kostümen.

Pfälzer Humor brachte Leonie Zimmer auswendig und emotional auf die Saalbaubühne; sie wollte viel lieber mit ihrem Herzl aufs Oktoberfest statt mit den Eltern in die Türkei. Die Sweet Diamonds vom Carneval Verein Oppenheim – knapp 20 Tänzerinnen – überzeugten in fantasievollen grün-pinken Kostümen. Ihre Vorführung wurde mit viel Beifall bedacht. Den glamourösen Schlusspunkt setzte die Erste Deutsche Marching Band The Sound of Frankfurt. Dem rund 80 Mitglieder starken Carneval Club Frankforter Schlippcher ist ein spannender Mix aus anspruchsvollen Tanz- und Musikdarbietungen sowie Vorträgen gelungen.

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