Mietwohnungen statt Müll und Gestrüpp

Bornheims berühmteste Brache wird bebaut

Auf dem riesigen Grundstück an der Berger Straße wächst das Gestrüpp in die Höhe, dazwischen sammelt sich Müll. Foto: rf

Bornheim (rf) – „Bei dem Anblick kommen einem die Tränen“, sagt ein junger Mann, der durch den Bauzaun an der Berger Straße 224-228 blickt. „Ein riesiges Gelände mit Platz für Hunderte Wohnungen bleibt mitten in Bornheim einfach ungenutzt.“ Tatsächlich verfügt Bornheims berühmteste Brache südlich des Fünffingerplätzchens über 3800 Quadratmeter, die in den vergangenen 30 Jahren nur teilweise genutzt wurden: Als Parkplatz, als Grundstück einer Container-Kita, aber aktuell vor allem als Areal, wo sich Gestrüpp und Unrat sammelt. Zuletzt kochte die Empörung hoch, als vor vier Jahren die Kultkneipe „Klabunt“ abgerissen werden musste.

Bereits damals lagen Pläne für einen Neubau vor, die nie zur Umsetzung kamen. Auch mit dem Klabunt-Abriss tat sich nichts. Die Stadt hatte extra einen Teil der Grundstücke an Immobilien-Spekulant Heinrich Gaumer verkauft, um die Bebauung des Areals voranzutreiben, erklärt Planungsdezernatssprecher Mark Gellert. Doch Gaumer starb 2015. „Seine Immobilienfirma ist der Bauverpflichtung nicht nachgekommen“, sagt Gellert. Das habe mitunter zu der langen Verzögerung geführt.

Er stellt aber klar: Die Stadt habe nicht jahrzehntelang zugeschaut, wie das Grundstück verrottet, sondern sich bemüht, die Bebauung voranzutreiben. „In der Vergangenheit ist nicht alles optimal verlaufen“, sagt Gellert. Nach dem Wortbruch von Gaumers Firma habe man vor zwei Jahren einen Vertrag mit der Objektentwicklungsfirma Berger Straße/Ringelstraße GmbH geschlossen. Eine Entscheidung, mit der der ursprüngliche Plan eines Parkhauses eine Absage erhielt. „Wir haben gesagt, Wohnraum ist wichtiger als ein Parkhaus. Das war auch das Ansinnen des Eigentümers“, fasst der Dezernatssprecher zusammen.

Kita und Tiefgarage sollen zusätzlich entstehen

Für viele Frankfurter eine gute Nachricht. Entstehen sollen 67 Mietwohnungen – zwei Drittel davon als geförderte Wohnungen mit einem Quadratmeterpreis von fünf Euro pro Quadratmeter, zumindest als Einstiegsmiete. Außerdem im Vertrag festgehalten sind der Bau einer Kita und einer Tiefgarage. Drei Baukörper sollen entstehen, in deren Erdgeschoss Geschäfte einziehen. „Details, welche Läden das sind, stehen noch nicht fest“, sagt Gellert. Der Bauantrag wurde im vergangenen Jahr eingereicht.

Noch liegt keine Genehmigung vor. Zweifel daran, dass ein Baubeginn also nun endlich absehbar ist, sind also verständlich. Gellert geht allerdings von einer baldigen Baugenehmigung aus. Und dann lässt sich sogar ein Ende dieser scheinbar unendlichen Geschichte absehen. Denn für den Eigentümer ist im Vertrag festgeschrieben: Das geplante Bauvorhaben ist innerhalb von zweieinhalb Jahren nach Erteilung der Baugenehmigung zu errichten, spätestens aber bis zum 30. Juni 2019.

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