Zum Riederwaldtunnel Bürgerinitiative Riederwald spricht im Verkehrsausschuss

Experte Hinrich Rottmann maß während der Proberammungen vor über zwei Jahren viel zu hohe Lärmwerte – an diese Rammungen erinnern sich viele Bürger mit Schrecken. Foto: Faure

Frankfurt/Riederwald (jf) – Rainer Frey und Peter Bühl von der Bürgerinitiative Riederwald (BIR), Inge Wendel, Ortsbeirat Riederwald, und Volker Marx, Ortsbeirat Bornheim/Ostend, waren zur ersten Sitzung des Verkehrsausschusses in den Römer gekommen. In der Bürgerrunde meldeten sie sich zu Wort. „Das Thema Riederwaldtunnel ist zum einen angestaubt, weil schon seit vielen Jahren darüber gesprochen wird, zum anderen brandaktuell – die Proberammungen, die im Oktober 2013 im Areal Am Erlenbruch durchgeführt worden waren, haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen“, sagte Rainer Frey.

Die BIR sei auf die Unterstützung der Stadt und der Presse angewiesen. Deshalb bedankte sich der Sprecher der Bürgerinitiative ausdrücklich bei der CDU und den Grünen – die Koalition hatte Anfang Dezember 2015 den Antrag NR 1 328 eingebracht und fordert darin die Stadtverordnetenversammlung auf, dass sich der Magistrat bei Hessen Mobil, verantwortlich für das Projekt, für die Belange der Bürger einsetzen soll. Vier Punkte stehen dabei im Vordergrund: Die öffentliche Vorstellung der Baustelleneinrichtung, des Ablaufs und der Bauverfahren. Lärmmessungen und die unverzügliche Veröffentlichung der Werte durch Hessen Mobil. Die Einrichtung eines runden Tisches durch Hessen Mobil. Messung und Dokumentation der Stickstoffdioxidwerte (NO2) durch den Magistrat in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie.

„So eine Großbaustelle muss vom Magistrat begleitet werden“, betonte Frey. Zudem gebe es noch einige ungeklärte Fragen. So habe sich die ABG gegenüber ihren Mietern in der Vatterstraße zum Thema Lärmschutz bislang nicht geäußert. „Wir müssen vor Baubeginn, der sich ja jetzt auf das Jahr 2018 verschoben hat, Ansprechpartner zur Baumaßnahme benennen und einen Bürgerdialog einrichten“, forderte Frey.

Auch Peter Bühl wies auf die Probleme beim Tunnelbau hin: „Es wird eine Verkehrsverlegung über sieben Jahre geben. Besondere Bauchschmerzen bereitet dabei die Verlegung der U-Bahn. Die Gleistrasse wird dann in der Nähe der Schlaf- und Wohnzimmer in der Vatterstraße entlang geführt. Gerade diese Wohnungen haben noch alte Fenster. Eine Lärmschutzwand und Schallschutz-Fenster sind daher dringend geboten, wenn zwei U-Bahn-Linien Tag und Nacht unterwegs sind.“

„Gleich und nicht erst in Jahren“

Um rechtliche Dinge sorgt sich Inge Wendel: „Die Anbindung des Tunnels an die A 661 wurde aus dem Planfeststellungsverfahren herausgenommen. Die Rechtslage muss geprüft werden. Inzwischen ist hinsichtlich der alten Verkehrserhebungen viel passiert. Eine Neubewertung ist erforderlich und ein Stopp des Autobahndreiecks Erlenbruch, um nicht sinnlos Gelder zu verschleudern.“

Verkehrsdezernent Stefan Majer nahm zu den Äußerungen der Bürger Stellung: „Der Antrag NR 1328 ist eine gute Basis, weil darin Antworten vom Land gefordert werden.“ Die Einrichtung eines runden Tisches beurteilte er als gutes Instrument. „Wir haben die gleichen Interessen wie die Bürger“, versicherte der Stadtrat.

Majer befürwortete auch die Einrichtung einer Telefonnummer für Probleme während der Bauzeit. „Mit der Baustelle wird viel auf uns zukommen, deshalb ist eine entsprechende Struktur notwendig“, erklärte er. Bezüglich der Verlegung der U-Bahn-Gleise, die Teil des Planfeststellungsverfahrens seien, müssten Probleme auch in diesem Rahmen geklärt werden.

Einige Ausschussmitglieder meldeten sich ebenfalls zu Wort. „Die Bürger müssen im Vorfeld informiert werden und ihre Vorschläge einbringen können“, betonte Bernhard Maier. „Die Entscheidung für den Tunnel ist nicht mehr rückgängig zu machen. Aber größtmögliche Transparenz sollte bei diesem Vorhaben gewährleistet werden. Die VGF und die ABG müssen sich um gute Lösungen bemühen“, bemerkte Wolfgang Siefert. Auch der zurückgezogene Antrag NR 1324 von Erhard Römer, in dem die Einhausung der A 661 zwischen Seckbach und Bornheim gefordert wird, spielte eine Rolle. „Zunächst sollte die Lärmschutzwand gebaut werden, weil die Einhausung ein Zukunftsprojekt ist. Vielleicht kann ja die Wand später in die Einhausung integriert werden“, äußerte Ausschussvorsitzender Helmut Heuser. „Es geht darum, die Menschen mit dieser zehn Meter hohen Wand vor Lärm zu schützen – gleich und nicht erst in Jahren.“

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