Baby gerettet, Dieb gefasst Dippemess-Polizei ist nach den ersten Tagen zufrieden

Giovanni Li Fonti (links) und Michael Kaaden beim Rundgang auf der Dippemess. Foto: Faure

Ostend (jf) – Als am Ostersamstag eine junge Mutter eine Polizeistreife auf der Dippemess ansprach, weil ihr 14 Tage altes Baby nach einem Schreikrampf bewusstlos wurde und nicht mehr atmete, handelten die Beamten sofort: „Ein Kollege hat das Baby reanimiert, der andere die Rettungskräfte verständigt“, berichtet Polizeihauptkommissar Michael Kaaden, Leiter der Dippemesswache.

Das Baby wurde sicherheitshalber ins Clementine Kinderhospital eingeliefert und noch einige Tage beobachtet. „Es geht ihm gut“, fügte Kaaden hinzu. „Es kommt schon einmal im Polizeidienst vor, dass wir Menschen reanimieren müssen. Aber mit einem Baby hatte ich es in den 30 Jahren meiner Arbeit noch nie zu tun, das ist etwas Besonderes“, bemerkt Erster Polizeihauptkommissar Giovanni Li Fonti. Er, Leiter des 6. Polizeireviers, ist an diesem Dienstag nach Ostern ebenfalls auf der Dippemess, beide sprechen über die Arbeit der Polizei auf dem Festplatz am Ratsweg.Ein großes Schild am Eingang zur Dippemess weist darauf hin: Hunde und Fahrräder sind auf dem Platz nicht gestattet. Li Fonti erläutert: „Wenn eine ältere Dame mit einem Hund in der Tasche auf den Platz will, ist das etwas anderes als das Mitführen eines Kampfhundes. Der hat auf der Dippemess nichts zu suchen.“

Waffen verstoßen gegen Gesetze

Die Polizeikräfte wurden im Vergleich zur Herbst-Dippemess nochmals verstärkt, sind teilweise mit Maschinenpistolen ausgerüstet aber auch als Zivilbeamte unterwegs. „Das Sicherheitsgefühl der Menschen hat sich nach den Terroranschlägen verändert, das spürt man“, sagt Kaaden. Er selbst bezeichnet sich als Frankfurter Bub und ist zum ersten Mal als Leiter der Dippemesswache im Einsatz. Der Vater zweier Kinder geht auch privat auf das Fest, fühlt sich sicher. „Die Organisation der Polizei auf dem Platz ist schon erstaunlich und beeindruckend“, äußert er.

Bislang, so bestätigen beide Beamte, kann man mit dem Verlauf des Festes aus polizeilicher Sicht zufrieden sein. Knapp 400.000 Besucher sind in den ersten zehn Tagen gekommen, besonders viel Betrieb war Gründonnerstag. „Wir haben während der Öffnungszeiten stichprobenartig Rucksäcke kontrolliert, dabei Waffen wie Schreckschusspistolen und Messer gefunden“, sagt Kaaden. „Oft sind sich die Besitzer nicht bewusst, dass dieses Mitführen von Waffen nicht nur gegen das Waffengesetz, sondern auch gegen das Versammlungsgesetz verstößt“, fügt Li Fonti hinzu. Ohne Konsequenzen sind solche Gesetzesübertretungen jedenfalls nicht.

Verhältnis zu Schaustellern ist konstruktiv

Kleinere Körperverletzungen, bei denen die Täter gefasst werden konnten, Alkoholmissbrauch, gerade bei Jugendlichen – das sind die leider immer wieder auftretenden unschönen Begleiterscheinungen des Vergnügungsfestes. Außerdem wurde ein Dieb gefasst, der einem Schausteller in die Kasse gegriffen hatte. „Die über 140 Schausteller und Händler wissen, dass sie auf dem Platz am Ratsweg gut aufgehoben sind“, kommentiert Li Fonti. Das Verhältnis zwischen ihnen und der Polizei sei konstruktiv – man merkt es, wenn die Beamten über den Platz laufen und von vielen gegrüßt werden. Selbst Herausforderungen wie die Kombination von Dippemess und Sportereignissen wie die Spiele der Löwen Frankfurt in der Eissporthalle und des FSV im benachbarten Volksbank-Stadion wurden gut bewältigt. „Möglicherweise können wir nach Abschluss der Dippemess weniger Delikte bilanzieren. Eine Ursache könnte dabei auch die hohe Polizeipräsenz sein“, formuliert Li Fonti.

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