Schnell, scheu und spielfreudig Doppelter Nachwuchs bei den Mähnenwölfen im Zoo Frankfurt

Junger Mähnenwolf mit den Eltern. Foto: Faure

Ostend (jf) – Die Mähnenwolfpampa ist leer. Wen wundert’s, bei diesem kühlen Sturmwetter jagt man eigentlich keinen Hund vor die Tür. Und Mähnenwölfe sind Hunde. Die größten Wildhunde Südamerikas.

Die Tierpflegerinnen Claudia Löschmann und Kerstin Finze versuchen, mit Futter zu locken. Das klappt auch – zumindest bei Mutter Pilar und Vater Ronaldo. Beide haben mittelbraunes Fell mit einer kleinen schwarzen Mähne. Elegant, schlank, hochbeinig – und einen starken Geruch verbreitend laufen sie über die Anlage. Nach einer Weile wuseln auch die beiden kleinen, dunkelgrauen Knäuel über die Pampa. Entdecken den Eingang zur Höhle in der Mitte der Anlage und sind verschwunden. Da hilft es auch nicht, wenn zwei anwesende Kameraleute die Jungtiere mit nachgeahmtem Wolfsgeheul hervorlocken wollen. Aus ist’s, die Tiere bleiben in der Höhle. Die beiden Jungen wurden am 7. Dezember 2015 geboren, Santa und Claus genannt.

Eine versteckte Kamera war nicht dabei: „Die Mama ist die beste Kamera. Und wir Pfleger wussten – wenn es in der Hütte vergnüglich quietscht, ist alles in Ordnung“, erklärt Kerstin Finze. Die Kleinen öffnen erst ab dem neunten Lebenstag ihre Augen. In den ersten Wochen ließ man die Mähnenwolffamilie in Ruhe, beobachtete, dass sich die Mutter aufmerksam um ihre Jungen kümmert. Auch der Vater sorgt sich um den Nachwuchs, bemerken die Pfleger.

Seit 1960 in der Mainmetropole

Inzwischen verlassen die Jungen ihre Kinderstube, wurden zuerst von der Mutter im Maul durch die Gegend getragen und erkunden nun schon selbstständig das im Jahr 2000 neu angelegte Freigehege. Denn mit Futter können sie noch nicht wirklich bezirzt werden, sie werden gesäugt, sind aber neugierig, was Mama und Papa so fressen. Mähnenwölfe ernähren sich in ihrer Ursprungsheimat von kleinen Wirbeltieren, Insekten, Früchten – also zu einem Drittel vegetarisch. Auch im Zoo erhalten sie abwechselnd Früchte und Fleisch.

Seit 1960 werden Mähnenwölfe in Frankfurt gehalten, 1967 gelang die erste Aufzucht, bis 1998 führte der Frankfurter Zoo das europäische Zuchtbuch für Mähnenwölfe.

2010 kam Mähnenwölfin Pilar aus der Wilhelma in Stuttgart nach Frankfurt, 2014 Ronaldo aus Mulhouse. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt Kerstin Finze. Und nun gibt es nach zehn Jahren endlich wieder Nachwuchs.

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