Auch im Rollstuhl dem gelben Filzball hinterherjagen

Eintracht Frankfurt lädt erstmals zum „Tag der Inklusion“

Beim Tag der Inklusion wird auch Rollstuhltennis gezeigt. Der neunjährige Zak spielt den Ball. Foto: tankulaliphotography//p

Riederwald (red) – Die Tennisabteilung von Eintracht Frankfurt hatte vor Kurzem zum ersten Tag der Inklusion eingeladen. Zwar schreibt die Sport-Förderungsvereinbarung zwischen Bundesinnenministerium und Deutschem Olympischen Sportbund der Inklusion im Sport eine herausragende gesellschaftliche Bedeutung zu, doch leider ist der Alltag davon teilweise noch weit entfernt.

Dies war auch der Grund für Abteilungsleiter Michael Otto, den Tag der Inklusion zu veranstalten. Inklusion bedeute, dass jeder Mensch ganz natürlich dazu gehöre. Egal wie er aussiehst, welche Sprache er spricht oder er eine Behinderung hat. Daher stand das Event unter dem Motto: „Jeder kann mitmachen“. Weit über 100 Gäste fanden den Weg auf die Tennisanlage am Riederwald. Im ersten Teil der Veranstaltung gab es die Möglichkeit, etwas Tennisluft zu schnuppern. Auf fünf Plätzen tummelten sich zwölf stark sehbehinderte und blinde Tennisspieler, drei Rollstuhltenniskids und ein paar Kinder ohne Beeinträchtigung. Betreut wurden sie vom erfahrenen Trainerteam der Tennisabteilung.

Danach fand auf dem Center Court ein Showtraining mit Rollstuhltennisprofi und Nationalspieler Toni Dittmar und Tennisprofi Sebastian Fanselow statt. Die Zuschauer staunten allesamt über das hohe Spielniveau. Toni, der mit Osteogenesis Imperfecta (Glasknochen) geboren wurde, kam mit den schnellen Bällen von Sebastian, immerhin aktuell 463. der Weltrangliste und frisch gekürter Sieger des ATP Futureturniers in Prag, sehr gut zurecht, und so kam es zu tollen Ballwechseln. Das angestrebte Ziel, den über 100 Besuchern aufzuzeigen, auf welch hohem Niveau Rollstuhltennis gespielt werden kann und dass Rollstuhltennisspieler und Tennisspieler ohne Probleme gemeinsam Tennis spielen können, wurde erreicht.

Ehrengast Peter Beuth greift selbst zum Schläger

Im Anschluss ließ es sich Ehrengast Peter Beuth, Innen- und Sportminister Hessens, trotz einer erst kürzlich zugezogenen Knieverletzung nicht nehmen, selbst zum Schläger zu greifen. Zunächst lieferte er sich mit den Eintracht Rollikids Zak (neun Jahre) und Benaja (sieben Jahre) unter begeistertem Applaus ein paar tolle Ballwechsel. Es folgte eine Blindentennisdemonstration. Blindentennis? Ja, auch mit Seheinschränkung kann man Tennis spielen. Dazu bedarf es spezieller Bälle, die dank einer Schaumstoffhülle etwas langsamer sind und zudem gut hörbar rasseln, da sie mit kleinen Kügelchen gefüllt sind. Auch hier ließ es sich Minister Beuth nicht nehmen und spielte zusammen mit Trainerin Hannah Wienert den geübten Blindentennis-Spielern Rainer Jost und Patrick Hechler ein paar Bälle an.

Wieder staunten die Zuschauer über die beeindruckende Performance der beiden blinden Tennisspieler. Fast jeder angespielte Ball wurde getroffen und es kam sogar zu ein paar Ballwechseln. Unter tosendem Beifall verließen die Akteure den Platz und nun verlagerte sich die Veranstaltung auf die Terrasse des Clubhauses und die angrenzende Wiese. Dort hatte die Band „The Earhart Light“ ihr Equipment aufgebaut und begann nach einer kurzen Rede des Ministers mit ihrem wundervollen Konzert. Zur Freude von Organisator Michael Otto entwickelte sich eine tolle Atmosphäre, in der viele Gäste noch bis in den späten Abend zusammen saßen, sich unterhielten, das Essen vom Grill genossen und der tollen Musik lauschten. Mittendrin die blinden Tennisspieler und natürlich die Rollis.

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