Auftakt mit Fest bei der Familie Montez

Erster Frankfurter Kunstsommer

Ostend (jf) – Kultur- und Kunstinteressierte kamen in den Räumen der Familie Montez im Bogen der Honsellbrücke zusammen, um mit einem Sommerfest in den ersten Frankfurter Kunstsommer zu starten. Dabei gab es nicht nur etwas zu essen und zu trinken, sondern auch jede Menge Kunst; darunter die Live-Aktion „Polaroids“ des Fotografen Christoph von Löw, die Skulptur „Stier“ von Wilfried Fiebig, die draußen bewundert werden konnte und viel Musik.

Hausherr Mirek Macke begrüßte die Gäste und verwies auf die Sammlung Rausch im großen Raum rechts des Eingangs: „Sie können dort über 500 Kunstwerke von mehr als 300 Absolventen und Professoren der Städelschule sehen.“ Bis zum 28. Juli werden die Arbeiten, vom Städelschul-Hausmeisterehepaar Helga und Hartmut Rausch in 15 Jahren aufbewahrt, gezeigt. Macke hofft, dass dann ein angemessener Ort für die Sammlung gefunden wird: „Das haben die Werke verdient.“

„Wir begehen in diesem Jahr nicht nur das 200-jährige Bestehen der Städelschule, sondern auch das zehnjährige des Kunstvereins Familie Montez“, meinte Macke abschließend. Kulturdezernentin Ina Hartwig freute sich: „Erstmals feiern wir die Frankfurter Kunstszene in einem Kunstsommer.“ An Sammlerin Helga Rausch gewandt, fügte die Dezernentin hinzu: „Gut, dass Sie aus Neuruppin weggegangen und wieder zurück nach Frankfurt gekommen sind.“ Den seit 2014 in der Honsellbrücke ansässigen Kunstverein lobte sie: „Familie Montez hat sich zu einem Hotspot entwickelt. Mit viel Herzblut und wenig Geld werden Ausstellungen auf die Beine gestellt.“

Mit der neuen, kostenfreien App Art FFM soll der Fokus stärker auf die Frankfurter Kunstszene gelenkt werden, die jung und innovativ ist und zahlreiche interessante Offspaces bietet. Begleitet wird die App von der Webseite www.art-ffm.de. Zwischen Juni und August präsentieren sich mehr als 1000 Künstler an über 50 Orten und im öffentlichen Raum. „Die seit 2008 stattfindenden Ateliertage, die bisher biennal und im November ihre Besucher erwarteten, werden in den Kunstsommer eingebunden“, erläuterte Hartwig.

Susanne Kujer, Referatsleiterin Bildende Kunst beim Kulturamt, kam noch einmal auf die Sammlung Rausch zu sprechen: „Bereits vor zehn Jahren war die Sammlung in einer Ausstellung im Portikus zu sehen. Mirek Macke hat nun mit seinem Team und mit Hilfe von Helga Rausch in zwölf Stunden die Bilder bei der Familie Montez gehängt, ein Kraftakt.“

1992 kamen die Rauschs, die vorher einen Campingplatz besaßen, nach Frankfurt und wurden Hausmeister an der Städelschule. „Sie haben gemeinsam mit der Städelschule Kunstgeschichte geschrieben“, betonte Kujer. Alles begann mit zwei Bildern, die Hartmut Rausch 1993 zu seinem 50. Geburtstag von Thilo Heinzmann und Hans Peri geschenkt bekam. Unter den Arbeiten ist auch ein Zettel: „Liebe Helga, tut uns leid, wir haben Hartmut gestern überredet, noch was zu trinken.“ Zu sehen sind außerdem Werke beispielsweise von Per Kirkeby, Christa Näher, Matthias Vatter. „Alles sind sehr persönliche Geschenke und Liebeserklärungen an das Hausmeisterehepaar“, sagte Kujer. Hartmut Rausch starb im September 2011.

Nicht nur die Sammlung erinnert an ihn, auch die Rausch-Bar vor dem Kunstverein ist diesem Freund der Kunst und der Künstler augenzwinkernd zugeeignet. Helga Rausch indessen musste an diesem Abend noch viele Hände schütteln und freute sich über unverhoffte Begegnungen mit ehemaligen Studenten. Der Kunstsommer hat begonnen, es gibt viel zu entdecken in den nächsten drei Monaten.

Weitere Bilder von der Eröffnungsfeier gibt es in unserer Bildergalerie.

 

 

 

 

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