Skatepark am Main ist kein Kinderspielplatz Flyer, Gitter, Sicherheitsdienst

Daniel Beck hofft, dass Eltern mehr Verständnis für die Sportanlage haben und mit ihren Kindern auf geeignetere Plätze gehen. Foto: Faure

Ostend (jf) – Im „Concrete Jungle“ dem anspruchsvollen Skatepark in der Nähe des Osthafens, gibt es seit Monaten Stress. Weil dieses von Skatern für Skater entworfene Gelände natürlich auch andere reizvoll finden; Scooterfahrer, Kinder auf Laufrädern, Spaziergänger, die auf dem Weg durch den Skatepark einfach stehenbleiben, sich unterhalten, auf ihrem Handy herumtippen.

Heike Appel, die mit weiteren drei Kollegen vom Grünflächenamt vor Ort ist, stellt die neuen Flyer vor. Sie sind größer, stabiler, informativer als das bisherige Informationsmaterial. „Wir bleiben dran, bis sich die Lage entspannt hat“, sagt Appel, erzählt von einem uneinsichtigen Vater, der meinte, dass sein etwa Sechsjähriger Filius auch mit dem Roller den Skatepark benutzen dürfe. „Dabei steht groß auf den Schildern, dass Kinder unter acht Jahren keinen Zutritt haben. Und Rollerfahrer, gleich welchen Alters, auch nicht.“ Genau das ist das Problem; vor allem Eltern sehen nicht ein, wie gefährlich für ihre Kinder eine Fahrt durch die steilen Kessel und Rampen der 5000 Quadratmeter großen Anlage ist. Eröffnet wurde der „Concrete Jungle“ Mitte Dezember 2012 – ein 15 Jahre alter Traum der Skater, die sich bis dahin an der Hauptwache sportlich betätigten, ging in Erfüllung. Und wird nun irgendwie zum Albtraum.

Seit Anfang Mai dieses Jahres ist freitags von 14 Uhr bis 18 Uhr und an den Wochenenden von 10 Uhr bis 18 Uhr ein Sicherheitsdienst vor Ort, weist auf die Benutzungsordnung hin, mahnt Eltern, muss sich auch oft mit ihnen verbal anlegen und sich dabei einiges anhören.

„Wir wollen durch persönliche Gespräche und sachdienliche Hinweise überzeugen“, erklärt Appel. Deshalb verdeutlichen Piktogramme auf dem A5-großen, stabilen Flyer, wer auf dem Skategelände nichts verloren hat. Auf der anderen Seite des Flugblatts sind sowohl weitere Skate- und BMX-Anlagen sowie Rollsportanlagen im Frankfurter Stadtgebiet eingezeichnet. Ein QR-Code erleichtert das Auffinden.

Der „Concrete Jungle“ war die erste fertige Anlage im Hafenpark, im Juli 2013 folgten das Sportband, im Juli 2015 das Wiesenband. Der insgesamt acht Millionen Euro teure Hafenpark hat sich zu einem beliebten Freizeitort entwickelt. „Wir wollten den Skatepark als offene Anlage, ohne Restriktionen. So lange die Skater unter sich sind, funktioniert das, sie haben ihre eigenen Regeln und klären Unstimmigkeiten unter sich“, erläutert Heike Appel. Doch nun werden an den zehn Eingängen des Sportgeländes Drängelgitter aufgestellt, noch größere Schilder weisen auf die Benutzungsvorschriften hin. Appelt hofft, dass diese Maßnahmen helfen, denn die letzte Möglichkeit – ein Zaun um die Anlage – möchte eigentlich keiner. „Wir haben 15 Jahre lang auf diese Anlage gewartet“, sagt Daniel Beck, der damals als Jugendlicher an der Hauptwache erste sportliche Erfahrungen auf dem Skateboard sammelte. „Inzwischen ist sie bei schönem Wetter so überlaufen, dass es keinen wirklichen Spaß mehr macht, hier zu skaten. Außerdem müssen wir uns ständig mit uneinsichtigen Eltern auseinandersetzen, hatten bereits schwere Unfälle, weil Skater Kindern ausweichen mussten und sich dadurch selbst verletzten“, berichtet Beck, der hofft, dass die neuen Maßnahmen fruchten.

Der Skatepark ist eine anspruchsvolle Anlage für Könner. Die Kinderspielplätze befinden sich gleich nebenan.

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