Plakat „Wir sind die halbe Stadt“ in Bornheim präsentiert Initiativen fordern mehr sozialen Wohnraum

Die Aktivisten zeigen das Plakat. Sie hoffen, dass sich in Zukunft noch mehr Menschen für Sozialwohnungen in Frankfurt einsetzen. Foto: Schneider

Bornheim (zjs) – Fünf Frankfurter Mietervereinigungen haben bei einem Treffen in Bornheim auf das Fehlen von Sozialwohnungen in Frankfurt aufmerksam gemacht. Darunter Vertreter der Nachbarschaftsinitiative Nordend-Bornheim-Ostend (NBO) und „Grüne Lunge am Günthersburgpark“ sowie aus Bockenheim, dem Westend und der Kampagne „Eine Stadt für alle“. 

„Waren 1990 noch 21 Prozent der Frankfurter Wohnungen sozial gefördert waren es vor zwei Jahren nach dem Bericht des Wohnungsamtes noch 8,5 Prozent“, erklärt Michael Boedecker von der NBO. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass der gewünschte Umzug der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) aus London nach Frankfurt nur der Tropfen auf den heißen Stein sei, handele es sich hier doch nur um rund 200 Personen. „Die Politik will Frankfurt zur Weltstadt des Kapitals machen und orientiert sich dabei am Jahreseinkommen eines Goldmann-Sachs-Bankers mit 380 Tausend Euro.

Das geht auf Kosten der Einwohner, ist zynische Politik und steht im Widerspruch zur hochgelobten sozialen Gerechtigkeit“, empört sich der Aktivist. Anna Retzer aus Bockenheim pflichtet ihm bei und fordert für ihr Quartier, „dass die Stadt mehr Wohnungen kaufen statt verkaufen sollte.“ Wilfried Michel, der in mehreren Mieterinitiativen mitarbeitet, lehnt die Bebauung von Grünflächen und Gärten für Investoren ab, denn die Stadt brauche öffentliches Grün. „Außerdem könne man Gebäude wie das ehemalige Polizeipräsidium nutzen oder die Fläche verwenden, bevor Grünes vernichtet würde“, sagte er.

Mehr Sozialwohnungen, weniger Luxusquatiere gefordert

Einig waren sich alle Beteiligten, dass insgesamt mehr Sozialwohnungen statt Luxusquartiere benötigt würden. 49 Prozent der Frankfurter Haushalte hätten Anspruch auf bezahlbaren Wohnraum, denn steigende Mieten und nur geringe Einkommenssteigerungen würden viele Mieter dazu zwingen, der Stadt den Rücken zu kehren. Deshalb stellte Mira Lauth von der Kampagne „Wem gehört meine Stadt?“ ein Aktionsplakat vor, auf denen Menschen stellvertretend für die anspruchsberechtigte Hälfte der Einwohner abgebildet sind.

Mit einem Teilrahmen und dem Text „Wir sind die halbe Stadt“ weisen sie auf das Problem hin. Der Aufruf ist klar: Tut euch zusammen, nehmt die Nachbarn mit und schaut nicht tatenlos zu, wie der Wohnraum in Frankfurt nur noch für Besserverdienende bezahlbar sein soll, gründet Bürgerinitiativen und bringt euch aktiv ein, so die Botschaft. Sie richtet sich ebenfalls an die Wohnungsbauunternehmen, die gerade in Neubaugebieten den Anteil von derzeit bundesweit üblichen 30 Prozent für geförderten Wohnraum massiv erhöhen müssten, damit Wohnen bezahlbar bleibt.

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