Nächstes Jahr im Palmengarten

Jazzstipendium 2018 geht an Maximilian Shaikh-Yousef

Wolfgang Roth, Maximilian Shaikh-Yousef und Ina Hartwig bei der Vergabe des Jazzstipendiums in der Romanfabrik. Foto: Faure

Ostend (jf) – „Noch nie waren so viele Musiker auf der Bühne, wie heute Abend“, begrüßte Michael Hohmann, Leiter der Romanfabrik, die Gäste zum Doppelkonzert im Saal.

Die ersten fünf Künstler – Heidi Bayer (Trompete, Flügelhorn), Oliver Naumann (Saxofon), Lukas Moritz (Piano), Eduardo Sabella (Bass) und Johannes Lüttgen (Drums) – begeisterten unter dem Namen „J’Used“ mit einem knapp einstündigen Konzert und verbanden in ihren fünf Titeln traditionellen Jazz mit modernen Arrangements. Ihr erstes Album „Presens“ (2015), der Titel daraus war ebenfalls zu hören, zeigt die musikalische Vielseitigkeit des Quintetts und der Leitung von Johannes Lüttgen. Die Kompositionen und Arrangements sind nie langweilig, sondern mitreißend und überraschend, die Spielfreude kam beim Publikum gut an.

Kulturdezernentin Ina Hartwig überreichte anschließend das 28. Frankfurter Jazzstipendium an den Saxofonisten Maximilian Shaikh-Yousef. Sie dankte der Jazz-Initiative unter dem Vorsitz von Wolfgang Roth, die mit der Romanfabrik das Doppelkonzert und die Preisübergabe veranstaltete. 1992, als der diesjährige Stipendiat in Frankfurt geboren wurde, erhielt Stefan Lottermann (Posaune) das Stipendium, das damals zum zweiten Mal vergeben wurde.

Preis als Ansporn und für Freiraum

„Der Preis wird nicht für erbrachte Leistungen vergeben, sondern soll als Ansporn dienen und Freiraum für die weitere Entwicklung bieten“, unterstrich die Kulturdezernentin. Eine unabhängige dreiköpfige Jury hörte die 21 eingereichten Wettbewerbsbeiträge anonym und gemeinsam und entschied sich für die Musik von Maximilian Shaikh-Yousef. „Objektiver geht es nicht“, würdigte Hartwig die Arbeit der Jury, die dem Preisträger ein „enormes Entwicklungspotenzial“ bescheinigt.

Shaikh-Yousef lernte mit sechs Jahren Klavier, wechselte mit zehn zum Saxofon und begann später auch noch Querflöte und Klarinette zu spielen. Gernot Dechert, Ralph Schmidt und Stephan Schmolck unterrichteten ihn. Seit 2012 studiert Shaikh-Yousef Jazzsaxofon an der Hochschule für Musik Mainz. Zudem komponiert er.

Shaikh-Yousef mit Band zu hören

Seine Fähigkeiten auf den Blasinstrumenten und eigene Kompositionen waren im Anschluss im zweiten Konzert mit der neunköpfigen Band „Sh4ikh 9“ zu hören. Erneut saß Lukas Moritz am Flügel; auf der Bühne waren neben dem Preisträger Leopold Ebert (Drums), Bastian Weinig (Bass) – sie bilden zu viert das Shaikh-Quartett – Victor Fox (Saxofon), Stephan Geiger und Pascal Klewer (Trompete), Enrique Heil (Posaune) und Lukas Ross (Gitarre). Das wurde ganz schön eng zu neunt. Nichtsdestotrotz begeisterten sowohl der fulminante Bläsersatz wie beispielsweise in „Wasserfall“ als auch das einfühlsame, dem gerade geborenen Sohn eines Freundes gewidmete „Jonas“.

Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro möchte Maximilian Shaikh-Yousef für die Produktion von zwei CDs nutzen und dann mit seiner Musik durch Europa touren. Neben seinen beiden Bands spielt er außerdem im Mobilen Einsatz-Kommando („MEK“), bei „Fellaws Kingdom“ und „Pompadelic“. „Wir laden Maximilian Shaikh-Yousef mit seinem Nonett nächstes Jahr zu ‚Jazz im Palmengarten’ ein“, verkündete Wolfgang Roth zum Abschluss.

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