Jedes vierte Kind lebt von Hartz IV Kampagne gegen Kinderarmut in der Helmholtzschule

Jugendring-Vorstand Yassine Chaikhum (von links), Jugendring-Geschäftsführerin Anna Latsch, Oberbürgermeister Peter Feldmann, Jugendring-Referent Sèbastian Daudin und Gerrit Ulmke, Schulleiter der Helmholtzschule waren bei der Diskussionsrunde mit dabei. Foto: Mohr

Ostend (red) – Mit der Aussage „Jedes vierte Kind lebt von Hatz IV“ wollten die Mitarbeiter des Frankfurter Jugendringes bei ihrer Vorstellung der Kampagne „Arm“ gegen Kinder und Jugendarmut, die Schüler der Helmholtz-Schule zum Diskutieren anregen.

Eingeladen wurde auch Oberbürgermeister Peter Feldmann, der die Arbeit des Frankfurter Jugendringes lange begleitet und unterstützt. Seine Forderung „Niemand darf im Abseits stehen“ ist für ihn keine verbale Aussage, sondern eine Grundeinstellung die „sowohl in der Politik, als auch in der breiten Bevölkerung fest verankert sein sollte“. Dass dieses Thema auch bei der Stadt Frankfurt hohe Priorität besitzt, zeigen Maßnahmen, die in den vergangenen Monaten umgesetzt wurden. Peter Feldmann erinnerte an kostenlose Museumsbesuche für Kinder und Jugendliche, das Ein-Euro-Schülerticket und kostenfreie Kitas – aber auch daran, dass mittlerweile zahlreiche Schulen saniert wurden.

Die Aula der Helmholtz-Schule war gut gefüllt, als die Verantwortlichen des Jugendringes den Schülern die Thesen ihres Projekts „arm“ erklärten und was es heißt, arm zu sein. Dass viele Eltern nicht das Geld für ein Schul-Mittagessen hätten. Dass sie ihren eingeschulten Kindern nicht einmal einen Ranzen kaufen könnten. Teilnahmen an Ausflügen und Kulturveranstaltungen seien für sie häufig nicht zu bezahlen. Die Kosten werden in der Regel von karitativen Verbänden übernommen.

Schüler sensibilisieren

Es seien oft Alleinerziehende, Migrantenfamilien, kranke oder überforderte Eltern, die ihren Kindern nicht genügend Aufmerksamkeit und Zuwendung geben können. Dass Schamgefühl bei Kindern sei häufig derart ausgeprägt, dass sie sich immer mehr „abgehängt und ausgegrenzt“ fühlen. Der Jugendring fordert daher mehr finanzielle und psychologische Hilfe, um diesen Kreislauf zu beenden. Ihre Vorstellungen von kostenlosem Essen, Ausflügen und Besuche von Veranstaltungen für alle Kinder und Jugendliche, ist mehr Wunschdenken, aber sie wollen weiter dafür kämpfen.

Das Projekt „arm“ wird in den nächsten Wochen auch in anderen Frankfurter Schulen vorgestellt um Schüler dafür zu sensibilisieren. Sichtbares Zeichen den Jugendring finanziell und öffentlichkeitswirksam zu unterstützen, wäre der Kauf eines T-Shirts, das in zahlreichen Frankfurter Geschäften zu erhalten ist. Bei der anschließenden Diskussion mit den Schülern der Helmholtz-Schule überraschte die rege Beteiligung. Fragen gingen vor allem an den OB, was die Stadt denn noch alles tue, um die Situation zu verbessern? Warum ist es nicht möglich Schulessen, Ausflüge, Klassen-Reisen Kulturveranstaltungen und Bahntickets für alle Jugendlichen und Kinder kostenlos anzubieten? Werden auch die bedürftigen Eltern der Kinder entsprechend beraten und betreut um ihre eigene Situation zu verbessern?

Werbung fürs Ehrenamt beim Jugendring

„Die Stadt Frankfurt tut eine Menge und wird das auch weiterhin tun. Ebenso der Jugendring. Alles kostenlos geht nun mal nicht und würde auch zu einer ungesunden Selbstverständlichkeitsmentalität führen“, sagte Feldmann. Die letzte Frage eines Schülers, ob er noch höhere Ziele hätte als „nur“ Bürgermeister zu sein, beantwortete er schmunzelnd: Es komme darauf an was es ist, dann würde er zumindest überlegen. Aber er liebe das Amt des OB, habe Freude daran und wolle es noch lange Zeit ausüben. Abschließend bat er die Schüler, über eine ehrenamtliche Tätigkeit beim Frankfurter Jugendring nachzudenken. Denn nur wenn viele sich dieser Arbeit anschließen würden, würden Erfolge sichtbar werden.

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