Projektwoche „Schule. Schöner. Machen!“ an der Charles-Hallgarten-Schule Klettern, Grillen, Schmücken

Stolze Erbauer vor ihrer Boulderwand mit Stefan Steinbach (Dritter von links, hinten) und Michael Pietsch-Koubek (Fünfter von links, hinten). Foto: jf

Bornheim (jf) – „Schule kann immer noch schöner werden. Schöner als sie sowieso schon ist – sieht man mal von so etwas wie Hausaufgaben und Klassenarbeiten ab.“ Das steht in der Einladung zur Abschlusspräsentation am Ende der Projektwoche in der Charles-Hallgarten-Schule.

Einen Tag vorher sind die Schüler und ihre Lehrer und Betreuer noch heftig am Arbeiten. Die fast zwölf Meter lange Boulderwand in einer Ecke eines Schulhofs ist deutlich erkennbar, Griffe und Tritte werden noch angeschraubt. Da die Wand nicht so hoch ist, bedarf es keines besonderen Fallschutzes, es kann ohne Seil und horizontal geklettert werden.

„Wir beschäftigen uns in dieser letzten Schulwoche vor den Sommerferien mit zehn ganz unterschiedlichen Projekten“, erklärte Schulleiter Christoph Kleemann. Die Boulderwand war eine Idee der Schülervertretung der Förderschule, die gegenwärtig 115 Mädchen und Jungen von der ersten bis zur zehnten Klasse besuchen. Rund 50 Lehrkräfte und Mitarbeiter der Jugendhilfe sind an der Bildungseinrichtung tätig.

„An der Boulderwand, bei der uns die Bank of New York Mellon finanziell unterstützte und die im Rahmen der Berufsorientierung entstand, arbeiten wir schon das ganze Jahr“, erläuterte Kleemann.

Zu den weiteren, etwas weniger aufwändigen Projekten gehören die Verschönerung des Grillplatzes, das Anfertigen weiterer Spiele und Geräte für die „Bewegte Pause“, Pflanzaktionen, die Verschönerung des ehemaligen „Hühnerhäuschens“, das Basteln von Schul- und Party-Deko, Höhlenmalerei (nach einem Besuch des Senckenberg Naturkundemuseums), Holzfiguren für die Holzpavillons. „In der Schulküche wird außerdem gekocht, gebacken und gebraten“, fügte Kleemann hinzu.

Das von Ernst May entworfene und 1930 fertiggestellte Ensemble gehört zum „Neuen Frankfurt“; auf Licht, Luft und Natur wurde viel Wert gelegt. Es steht unter Denkmalschutz. 1960 wurde das Schwimmbad zugeschüttet, auf diesem Grund haben nun die Pavillons ihren Platz.

„Von 1954 bis 1977 war die Friedrich-Ebert-Schule auf dem Areal, seit 1977 ist die Hallgartenschule, die seit 2008 Charles-Hallgarten-Schule heißt, am Bornheimer Hang untergebracht“, bemerkte Kleemann. Eine Lage, die Vor- und Nachteile hat: „Wir sind mitten im Grünen, der nächste Supermarkt ist weit. Aber irgendwie sind wir eben auch ein Stück weit weg vom Schuss“, urteilte der Schulleiter.

Ein Blick in den Klassenraum der 7b zeigte: Ein Fest steht bevor. Die Kinder basteln bunte, große Deko-Puschel, farbige Streifenringe und Buchstaben-Girlanden. Mitten drin liegt der Schulhund Lila auf einer Decke, der Golden Retriever döst vor sich hin und lässt sich gerne streicheln.

Zwischen 8.30 Uhr und 15 Uhr wird an der Charles-Hallgarten-Schule gelernt, gespielt, Sport getrieben, gewerkelt, gekocht und gegessen. Die Schule hat das Zertifikat „Starkes Schule“ und gehört damit zu Deutschlands besten Schulen, die zur Ausbildungsreife führen. Auch das „OloV-Gütesiegel“ (Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule – Beruf) erhielt sie 2015. Viele Kooperationspartner unterstützen die Einrichtung. Und nun kann sogar an einer von den Schülern, dem Sozialpädagogen Stefan Steinbach und dem Schreiner Michael Pietsch-Koubek gebauten Boulderwand geklettert werden – eine tolle Sache.

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