Per Segelschiff und Lastenrad: Aktion „Klimabohne on Tour“ mit Zwischenstopp in Frankfurt

Klimafreundlich von Kolumbien nach Europa

Die engagierten Radler und Vertreter weiterer Organisation und Initiativen mit Rosemarie Heilig (links neben dem Rad) vor dem Weltladen Bornheim. Im kleinen Bild die „Tres Hombres“ 2017 in Amsterdam. Fotos: jf

Bornheim (jf) – Daniel, Carolina, Angie, Erik und Ulrich haben fast die Mitte ihrer „Klimabohne on Tour“ geschafft: Vier Österreicher vom Klimabündnis Vorarlberg und eine Kolumbianerin sind rund 550 Kilometer von Amsterdam nach Frankfurt geradelt. Auf ihren Lastenrädern transportieren sie 100 Kilo kolumbianischen Kaffee, einige Tafeln Schokolade und ein paar Liter Rum. Von Kolumbien nach Amsterdam kamen die Waren ebenfalls klimafreundlich mit dem Segelschiff „Tres Hombres“, das seit 2010 auf diese Weise, nämlich zu 100 Prozent emissionsfrei, unterwegs ist.

„Wir sind stolz, dass Sie in Frankfurt einen Zwischenstopp einlegen“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig zur Begrüßung im Weltladen Bornheim. Rund acht Monate wurden der Kaffee und die anderen Waren auf den Weltmeeren transportiert.

Seit 1993, also seit 25 Jahren, unterstützt das Klimabündnis Vorarlberg die Partnerregion Departement Chocó in Kolumbien. Das Regenwaldgebiet soll besser geschützt, bäuerliche Kleinbetriebe und Kaffeebauern gefördert werden.

„Jeder Deutsche trinkt im Jahr 167 Liter Kaffee. Leider machen sich die meisten Menschen zu wenig Gedanken über Produktion, Verpackung und Transport. Deshalb sollten wir auf fair gehandelten Kaffee achten, der den Bauern für ihre Arbeit auch einen fairen Preis garantiert“, unterstreicht die Stadträtin.

Zu diesem Treffen im Weltladen sind außerdem Sara Schmitt Pacifico und Andreas Kress vom Klima-Bündnis sowie Vertreter der Initiative Radentscheid Frankfurt gekommen.

„Es geht um viele Aspekte“, äußert Daniel Sperl, Koordinator der Klimabündnis-Partnerschaft Vorarlberg – Chocó. „Die Lastenräder sind perfekte Transportmittel, allerdings nicht für so lange Strecken.“ Die Mitradler nicken und lachen wissend. Die Räder werden später in Vorarlberg weiter genutzt. „Bis zum Schluss war es spannend, ob wir Kaffee, Schokolade und Rum pünktlich vom Schiff, das aufgrund einer Flaute Verspätung hatte, übernehmen können. Aber der Zoll beeilte sich, alle klappte. Nur die letzte Fähre in Geldermalsen (Niederlande) haben wir verpasst und standen dann ziemlich unter Druck, um die nächste Fähre, die letzte in dieser Nacht, an einem anderen Ort zu schaffen“, erzählte Sperl. Fünf Tage sind die Aktiven zwischen 90 und 140 Kilometer pro Tag gefahren, auf Radwegen, wo das ging, und auf Landstraßen. Ganz schön anstrengend, allerdings auch ein besonderes Erlebnis.

Übernachtet haben sie bei Mitgliedern des europäischen Vereins Klima-Bündnis, dessen Geschäftsstelle in Frankfurt ist. 26 Länder gehören diesem 1990 gegründeten Verein an.

Zum nächsten Stopp sind es nur ein paar Kilometer, im kürzlich eröffneten Weltladen Bockenheim in der Leipziger Straße werden sie schon erwartet. Am nächsten Tag geht es weiter über Mannheim nach Österreich, das sind noch etwa 600 Kilometer.

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