Am Ende des Schuljahres könnte es Grüne Soße aus eigenem Anbau geben Kräuter aus dem Schulgarten

Dirk Petrat und Sabina Bohnet (Zweiter und Dritter von links) mit den jungen Schulgärtnern bei den Miniteichen. Foto: Faure

Nordend (jf) – Der Tag des Schulgartens begann mit heftigem Regen. Pünktlich zum Auftakt der Veranstaltung im Garten „Der Grüne Daumen“ am Rande des Günthersburgparks hörte es jedoch auf. Sicherheitshalber hatten die Gärtner zwei Pavillons aufgestellt. Dirk Petrat, der das Projekt als Vertreter der Jugendhilfe der Caritas an der IGS Nordend seit sieben Jahren betreut, die im zu Ende gehenden Schuljahr verantwortliche Sabina Bohnet und die mit Namensschildern ausgestatteten Schüler erwarteten die Besucher. „Wir sind in diesem Schuljahr acht Jungs und zwei Mädchen“, erklärte Samuel, dem die Garten-AG Spaß macht, auch er ist seit 2011 dabei. „Am besten gefällt mir die Verbundenheit in der AG. Und gießen und ernten. Meine Oma hat einen großen Garten, da habe ich schon viel gelernt und bringe Erfahrungen mit“, sagte der Junge.

Die Jugendhilfe und die Stadtteil-Botschafter der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Mirjam Scherer und Anna Bechtloff steckten den „Grünen Daumens“ in einer einwöchigen Ferienaktion ab. Dann übernahm die Garten-AG und jätet, harkt, mäht, pflanzt und erntet einmal wöchentlich dienstags nachmittags. Von Anfang an war der Garten offen und für jedermann zugänglich; Rosenbögen und der 2015 in Regenborgenfarben gestrichene Zaun laden ein. Seit 2011 ist viel passiert: 2013 wurde der Garten in die bundesweite Liste „Die urbanen Gemeinschaftsgärten“ aufgenommen, 2014 kam der Steingarten und ein Kräuterbeet dazu, ein Duftworkshop wurde durchgeführt, 2015 wurden drei Miniteiche angelegt. Im Schuljahr 2016/17 schaffte es die Garten-AG im Rahmen des Wettbewerbs „Schule und Natur“ der Stiftung der Frankfurter Sparkasse mit ihrem Projekt „Gärtnern im Quadrat“ auf den ersten Platz. Der Verein Umweltlernen Frankfurt und das Stadtschulamt unterstützen die jungen Gärtner, die aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen kommen.

„Mir macht das Rasen mähen Spaß“, erklärte Leon. Mit einem Akku-Schneider ist das auch leichter und ungefährlicher als mit einer altertümlichen Sense. Doch an diesem Tag wird wenig gegärtnert, das Gras ist noch nass, den Mädchen und Jungen ist eher nach Feiern zumute. An einer Leine hängen Fotos, eine Chronik in Bildern. Und schließlich locken die kleinen und großen Muffins. „Die kommen aus unserer eigenen Mensa, die Zusammenarbeit mit Sandra Beimfohrs Cantina Buen Barrio ist unkompliziert und immer freundlich, wir können uns jederzeit mit unseren Wünschen an die Cantina wenden“, erklärte Dirk Petrat. Die Mensa spendierte auch so manchen Kräutertopf für den Garten. Als jüngstes Projekt haben die Mädchen und Jungen ein erhöhtes Kräuterbeet mit Petersilie, Schnittlauch, Borretsch, Kresse, Pimpinelle, Kerbel und Sauerampfer angelegt. „Dann können wir bald ernten und Grüne Soße machen“, freute sich Leon. „Klar, wenn dafür noch Zeit ist“, dämpfte Petrat die Hoffnungen etwas. Neben den Kräutern wachsen Margeriten und Bleiwurz, Leuchtender Sonnenhut und Astern, Sibirische Iris und Erdbeeren. In den kleinen Teichen gedeihen Sumpfdotterblumen, Hechtkraut, Schwertlilien, Büschelfarn, Seerosen und Wasserhyazinthen. „Vielfalt ist uns schon wichtig“, bemerkte Dirk Petrat. Er kümmert sich übrigens auch in den Ferien um den „Grünen Daumen“ und gießt, wenn es zwischendurch allzu trocken wird.

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