Mittwochs können Kinder auf Asphalt spielen Letzte temporäre Spielstraße im Nordend

Oskar interessiert sich für die Bobbycars. Foto: Faure

Nordend (jf) – Regen? „Wenn es nicht aus Eimern schüttet, sind wir da“, sagte Sabine Dier, Leiterin der Abteilung Spielmobile des Abenteuerspielplatzes (ASP). Und so war es auch am 13. April, die Regenschauer hielten weder Jan Nixdorf und Kyra Stiefler beim Aufbau der Geräte ab, noch Eltern und Kinder, die schon sehnsüchtig auf die Eröffnung der temporären Spielstraße warteten.

„Wir sind nicht zum ersten Mal hier, meine Jungs lieben diesen Platz“, sagte die Mutter von Oskar.Der 14 Monate alte Junge fand die Bobbycars sehr interessant. Sein älterer Bruder Ben, der an diesem Nachmittag nicht mit da war, kenne den Ort gut. „Außerdem gibt es einige Kindereinrichtungen in der Nähe, die das Angebot ebenfalls nutzen und toll finden“, erklärte die junge Mutter. Mehr Spielgeräte seien nicht notwendig, es gehe vielmehr darum, die Straße, auf der sonst nicht getobt werden darf, als Spielort zu nutzen – das sei eine herrliche Erfahrung für die Kinder.

Seit 2008 wird die Straße Heideplatz zwischen April und Oktober jeden Mittwoch von 14 Uhr bis 18 Uhr zur temporären Spielstraße. „Das steht auch groß auf den Schildern zwischen Schopenhauerstraße und Schleiermacherstraße. Leider interessiert das Parkverbot manche Autofahrer nicht, so dass im Bereich der Spielstraße trotzdem immer wieder Autos stehen. Das schränkt unseren Platz und die Kinder ein. Außerdem könnten sich die Kindern verletzen oder die Autos beschädigt werden – beides kann keiner wollen“, wies Sabine Diers auf Probleme hin. Sie weiß, die Parkmöglichkeiten im Nordend sind nicht gerade üppig – aber für die fünf Stunden, inklusive Auf- und Abbau, bittet sie die Autofahrer um Verständnis.

Ortsbeirat drei übernahm Kosten

Es nieselte immer noch ein bisschen, deshalb blieb das Hüpfkissen an diesem ersten Spielstraßenmittwoch im Auto. Es wäre zu gefährlich, die Kinder könnten auf dem nassen Plastik leicht ausrutschen. Aber das Kindertaxi, die Bobbycars, die Rollenrutsche und verschiedene Geschicklichkeitsspiele, zum Teil regensicher unter dem Dach auf dem benachbarten Spielplatz des Jugendhauses Heideplatz aufgebaut, erfreuten sich regen Zuspruchs. Das Jugendhaus liefert im Übrigen den Strom für das Hüpfkissen.

Temporäre Spielstraßen wurden im Rahmen des Bundesforschungsprojektes „Vernetzte Spiel- und Begegnungsräume“ eingerichtet. Als die Finanzierung dafür auslief, übernahm der Ortsbeirat 3 (Nordend) die Kosten, die sich in diesem Jahr für die insgesamt 27 Tage auf rund 10.000 Euro belaufen. 2008 gab es noch auf der Gaußstraße eine temporäre Spielstraße. Übrig geblieben ist nun nur noch der Heideplatz – in ganz Frankfurt. Über 2000 Besucher kamen im vergangenen Jahr, denn auch für die Eltern und Großeltern wird die Straße zum Ort der Begegnung. Eine Bank steht bereit, fehlen nur noch Kaffee und Kuchen. „Es wäre schön, wenn sich da etwas entwickeln könnte. Anfänge gab es bereits, leider ist das wieder eingeschlafen. Aber vielleicht finden sich die Stammkunden ja doch zu einer Plauderrunde mit Stückchen zusammen“, hofft Dier. Bis zum 12. Oktober ist dazu noch jeden Mittwochnachmittag Gelegenheit am Heideplatz.

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