Was alles im Handy steckt

Projekt Umwelttage an der IGS Nordend

Eva, Anna und Miguel erarbeiten mit Schülern das Thema „Die Weltreise des Handys“´. Foto: Faure

Nordend (jf) – An drei Tagen befassten sich die Schüler der IGS Nordend mit Fragen des Umweltschutzes. „Organisiert hat diese Tage das EnergIGS-Schulprojekt in Kooperation mit dem BUND, dem Verein Umweltlernen Frankfurt, der Organisation Whale and Dolphine Conservation, dem Senckenberg-Museum Frankfurt und Green Peace. Es gibt insgesamt neun Blöcke zu den Themen Papier, Ressourcen-Reichtum und Gerechtigkeit, Energiewende, Plastikmüll, Essen und Klima, Fair Trade sowie Bodenorganismen. Auf dem Hof können sich die Schüler außerdem an Ständen von EnergIGS informieren“, erklärte Lehrer und Projektkoordinator Matthias Walter.

In der Klasse 7c von Jutta Authorsen ging es um „Die Weltreise des Handys“. In 90 Minuten bereiteten die Schüler in sechs Gruppen eine fiktive Fernsehsendung dazu vor und präsentierten sie. Eva, Anna und Miguel, Studierende an der Technischen Universität Darmstadt, die sich an der Hochschule mit Nachhaltigkeit beschäftigen und im Bundesprojekt „Klasse Klima“ engagiert sind, unterstützten die Schüler.

Die fiktive Sendung begann mit zwei jungen „Moderatoren“, die erst einmal gegen einen Lachanfall kämpfen mussten. Dann aber wurde es ernst, eine „Reporterin“ berichtete von einem Aufstand der Minenarbeiter im Kongo, der blutig niedergeschlagen wurde. Wie Hohn wirkte die anschließende Werbung, in der ein neues, besseres Smartphone angepriesen wurde.

„Live aus China“ folgte: Eine „Korrespondentin“ sprach mit zwei „Arbeitern“ über deren Tätigkeit in einer Handy-Fabrik. 13 Tage lang zwölf Stunden täglich müssen sie schuften, erst dann gibt es einen Tag frei. Der Ton im Betrieb ist rau, auch Minderjährige stehen am Band. Jeder kleinste Verstoß wird streng geahndet. „Entscheiden Sie sich für dieses neue Smartphone“, säuselte die nächste Werbung. Krass. Im folgenden Bericht wurde erklärt, dass rund 60 verschiedene Materialien in einem Handy zu finden sind, darunter Gold, Silber, Platin. „In Deutschlands Schubladen liegen 85 Millionen Handys, die nicht mehr gebraucht werden“, erklärte ein „Experte“. Kleine Betriebe in Indien schlachten die alten Handys aus, Schadstoffe werden frei – die Arbeiter allerdings sind ungeschützt. „Das neueste Smartphone - das muss man haben“, lockte ein weiterer Werbespot.

Nach dieser „Sendung“ wollten die Studierenden wissen, was diese Runde den Schülern gebracht hat. „Wir haben viel dazu gelernt“, „Es ist ein ernstes Thema“, „Die Werbung verschweigt die Hintergründe“, „Wer sich informieren möchte, hat in Deutschland dazu die Möglichkeiten – im Gegensatz zu anderen Ländern, wo Kritik nicht gerne gesehen wird.“ Die Jugendlichen haben alle ein Smartphone, doch bisher hat keiner so richtig darüber nachgedacht, wo es herkommt und welche Rohstoffe in ihm stecken. Die Akkuleistung, eine gute Kamera und cooles Design spielen eher eine Rolle. „In 40 Handys ist die gleiche Goldmenge wie in einer Tonne Erz“, verdeutlichte Anne. Das und vieles, was in den anderthalb Stunden recherchiert wurde, bleibt in den Köpfen hängen – hoffentlich. Zum Schluss des Projekts „Die Weltreise des Handys“ verwies Eva auf Alternativen wie das Fairphone oder das Shiftphone – beides nachhaltig(er) produzierte Handys. Sollte man vielleicht mal drauf achten, nahmen sich die Jugendlichen vor.

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