Frankfurt im Film und anschließend im Gespräch

Reihe „Local heroes“ ab März monatlich in der „Denkbar“

Christian Hellweg (links) begrüßt die Gäste, rechts Wolfgang Voss. Foto: Faure

Nordend (jf) – Christian Hellweg, mit Tamar Schubert 1998 Gründer der „Denkbar“, damals in der Schillerstraße, begrüßte die Gäste im Domizil in der Spohrstraße – seit 2012 ist die „Denkbar“ im Nordend: „Schön, dass wir in unserem familiären Ambiente und kulturellen Kleinlabor eine neue Reihe vorstellen können.“ Wolfgang Voss, seit über elf Jahren bei Naxos Kino im Theater aktiv, hatte die Idee, rare Dokumentarfilme über Frankfurt noch einmal in einem kleineren Rahmen zu zeigen und anschließend mit den Filmemachern zu diskutieren, nicht auf einem Podium, sondern mitten unter den Zuschauern. 

„Es ist eine Zusammenschau auf elf Jahre Naxos Kino. Die ‚Denkbar’ nahm diesen Vorschlag für zunächst zehn Veranstaltungen sofort an“, berichtete Voss. Ganz neu ist es für die „Denkbar“ in der Spohrstraße 46 A nicht, in ihrem gemütlichen kleinen Raum auch Dokumentarfilme zu zeigen. Das hat bereits funktioniert, wie auch Musik, Gespräche, Ausstellungen. Jeweils am ersten Mittwoch im Monat ab 20 Uhr stehen also rare Doku-Filmschätze auf dem Programm. Die Reihe startet am 7. März mit dem Streifen „Stadt statt Auto“ (1989) von Samuel Schirmbeck. Im Film werden auch Vergleiche mit den Konzepten in Bologna und Zürich angestellt.

Verkehrskreuzung, Rollbahn am Flughafen und Ernst May

„Tanken Essen Beten“ (2002) von Stefan Blau ist am 4. April zu sehen. Darin geht es um eine der verkehrsreichsten Kreuzungen Frankfurts an der Eckenheimer Landstraße/Nibelungenallee. Am 2. Mai wird „Die Rollbahn“ (2003) von Malte Rauch und Eva Voosen laufen. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von 1700 jüdischen Mädchen und Frauen, die 1944 die erste betonierte Rollbahn des Frankfurter Flughafens bauen mussten. Eine Stadtteilhistorikerin und eine Schulklasse begaben sich auf Spurensuche. Ernst May steht im Mittelpunkt des Filmes „Eine Revolution des Großstädters – Architekt und Stadtplaner auf drei Kontinenten“ (2025) von Otto Schweitzer. Die Dokumentation wird am 6. Juni gezeigt.

„Mit den Filmen für nachhaltig interessierte Laien wird Lokalpatriotismus fassbar“, sagte Wolfgang Voss. Die Reihe in der rund 30 Plätze bietenden „Denkbar“ mit dem anschließenden Filmgespräch hat noch zwei offene Termine am Jahresende. „Es wäre schön, wenn wir noch aktuelles Dokumentarfilmmaterial über Frankfurt bekommen würden“, wünscht sich Voss. Unterstützt wird das Vorhaben finanziell von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, an diesem Abend vertreten durch Katharina Kanold. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Auch Naxos Kino beginnt nach der Winterpause wieder – beide Projekte verstehen sich nicht als Konkurrenz. Ab 6. März werden immer dienstags besondere Filme im Theater Willy Praml gezeigt. Traditionell findet im Anschluss ein Filmgespräch auf dem Podium im Foyer statt.

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