„Die Menschen machen einen Stadtteil lebendig“

Riederwald: Mike Josef predigt zur Fastenzeit

Pfarrer Fred Balke (links) von der Philippusgemeinde überließ den Predigtteil des Gottesdienstes dem Planungsdezernenten Mike Josef. Foto: Hagemann

Riederwald (sh) – Ein für die Jahreszeit außergewöhnliches Lied wünschte sich Gastprediger Mike Josef für den Gottesdienst in der Riederwälder Philippusgemeinde. „Vom Himmel hoch“ wird eigentlich zu Weihnachten gespielt, aber vielleicht lag es auch an der „guten Mär’“ von der der Planungsdezernent zur Frage, ob der Riederwald und Fechenheim-Nord „abgehängt“ seien. Denn seine Antwort dazu lautete: „Nein, ganz im Gegenteil.“

Immer zur Fastenzeit lädt Gemeindepfarrer Fred Balke zu einer besonderen Predigtreihe ein, bei der er die Kanzel an vier Sonntagen Gastpredigern überlässt. „Bisher hat sich aber noch keiner auf die Kanzel getraut, sondern das Stehpult bevorzugt“, erklärte Balke. So auch Mike Josef, Planungsdezernent und Vorsitzender der SPD Frankfurt. Er setzte sich – wie auch die nachfolgenden Gastprediger – mit dem Thema „Abgehängt? Was wird aus dem Riederwald und aus Fechenheim-Nord?“ auseinander. Viele Riederwälder und auch Bewohner aus Fechenheim-Nord interessierten sich für den Vortrag – die Gesangbücher reichten nicht aus.

Josef unternahm zunächst einen Ausflug in die Historie des Stadtteils, der auch als „rote Arbeitersiedlung“ bekannt ist und über die „etwas andere“ städtebauliche Struktur verfügt. Der Siedlungscharakter sei erhalten geblieben, der Riederwald bilde eine geschlossene Einheit. Zudem sei der Riederwald für ihn Fußballstandort – auch wenn das Eintracht-Leistungszentrum strenggenommen auf Seckbacher und das FSV-Stadion auf Bornheimer Gemarkung liegen. Dass der Riederwald Probleme habe – darunter der Zustand des Erlenbruchs, Parkplatznot während Sportveranstaltungen und der Dippemess und die Schließung der Stadtteilbibliothek – wolle er nicht schönreden, fuhr der Planungsdezernent fort.

Engagement in Vereinen und Kirchengemeinden

Doch vieles laufe allein aufgrund der Bevölkerungsstruktur gut, sagte Josef. „Die Menschen mit mittlerem Einkommen stabilisieren die Quartiere, weil sie es sind, die sich mit dem Stadtteil identifizieren. In Familien, im Vereinsleben und in den Kirchengemeinden machen sie den Stadtteil lebendig“, erklärte Josef und bezog dieses Plädoyer für den Riederwald auch auf Fechenheim-Nord. Daher stehe er städteplanerisch vor der Herausforderung, nicht nur Neues zu bauen, sondern auch das Alte, Identifikationsstiftende zu bewahren. Josefs Fazit lautete, dass von „abgehängt“ keine Rede sein könne.  Der Riederwald sei aufgrund seiner Lage – ruhig, idyllisch am Wald und doch durch die U-Bahn mit schneller Anbindung an die Innenstadt – als Wohnort sehr beliebt.

„Der Riederwald ist einzigartig und sucht in Frankfurt seinesgleichen. Probleme gibt es und daran müssen wir gemeinsam arbeiten“, sagte Josef. Am kommenden Sonntag, 25. Februar, wird um 17 Uhr Maren Heincke zum Thema „Abgehängt?“ predigen. Sie ist Referentin für den ländlichen Raum beim Zentrum für Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Am Sonntag, 11. März, werden die Quartiersmanagement-Teams der Diakonie im Riederwald und in Fechenheim, Nora David, Leonore Vogt und Sebastian Wolff, den Gottesdienst gestalten. Zum Abschluss der Reihe kommt am 18. März, Alexander Pilz, Regionalbeauftragter von Hessen Mobil in den Riederwald. Die Predigten zur Fastenzeit finden jeweils um 17 Uhr in der Philippusgemeinde, Raiffeisenstraße 70, statt.

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