Ein bewegtes Leben mit viel sozialem Engagement Rolf Menzer „Auf dem Roten Sofa“ der Awo Ostend

Bei dem ersten Interview der Reihe „Auf demRoten Sofa“ im Erich-Nitzling-Haus der Arbeiterwohlfahrt Frankfurt sprach Dr. Renate Wolter-Brandecker (links) mit Rolf Menzer (rechts) über sein Leben und sein Engagement. Foto: Schieder

Ostend (ms) – Die Reihe „Auf dem roten Sofa“, die der Frankfurter Bund für Volksbildung gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Frankfurt veranstaltet, startete am Dienstag, 30. Januar, im Erich-Nitzling-Haus der Awo mit Rolf Menzer in das neue Jahr. Wie von Beginn an wurde das Interviewen auch diesmal von Dr. Renate Wolter-Brandecker, der Vorsitzenden des Bundes für Volksbildung, geführt.

Der 1938 in Frankfurt geborene Rolf Menzer erzählte aus seinem bewegten Leben. Sein Vater, der frühere Frankfurter Bürgermeister Rudi Menzer, war bereits vor der Nazizeit Stadtverordneter. Die Familie wohnte in der Heimatsiedlung. Bei einem Bombenangriff im Dezember 1944, waren Rolf Menzer und seine Mutter die Einzigen im Haus, die unversehrt davonkamen. Sein Vater war aktiv gegen die Nazis und nach der Bombardierung sorgte ein Onkel dafür, dass ein Bücherschrank mit verräterischem Inhalt verschwand.

Evakuierung nach Arnoldshain

Danach wurde er mit seiner Mutter nach Arnoldshain evakuiert. Während sein Vater im Krankenhaus in Köppern lag, kam sie zu einem Bauern in der Nähe. Ganz unbehelligt vom Krieg waren sie auch dort nicht, denn in der Nähe gab es ein deutsches Militärlager. Der kleine Rolf kam dann in eine einklassige Volksschule. „Trotzdem habe ich die Zeit nicht in schlechter Erinnerung“, stellte Menzer fest, dessen Großvater schon in der SPD aktiv war. 1945 kam die Familie dann nach Frankfurt und bekam eine Wohnung am Dornbusch. Schon bald begann die Neugründung der SPD in Frankfurt und der Junge kam in eine Volksschule in Eckenheim. Im Bunker in der Kaiser-Siegmund-Straße kam Rolf Menzer in Kontakt mit der Metalljugend.

Er besuchte dann die Ziehenschule, das erste Gymnasium mit Kodeukation, wo er dann auch Abitur machte. Inzwischen hatte die Familie ein Haus gebaut und zog ins Nordend. Trotzdem ging Rolf Menzer weiter in die Ziehenschule. Als 16 bis 17-Jähriger kam er in Kontakt zu der SPD im Nordend. Bisher schon Falken-Mitglied begann er mit erster Mitarbeit wie Plakate kleben und Flugblätter verteilen. 1957 wurde er dann Partiemitglied und bald auch Mitglied der Awo. Nach dem Abitur studierte er Jura. Nach dem Examen begann eine dreienhalbjährige Referendarzeit, von der er einen Teil in der Rechtsanwaltskanzlei verbrachte, die später auch die Contergan-Opfer vertrat. Das habe ihm viel Spaß gemacht.

Ehrenamtlich tätig und Richter beim Arbeitsgericht

Dann orientierte er sich um, als er Rudi Arndt kennenlernte, der ihn zum Regierungsassessor in Wiesbaden machte. Dann lernte er auch seine Frau kennen, und zwar durch deren Schwester, mit der er jetzt 54 Jahre verheiratet ist. Bald bekam er ein eigenes Referat, arbeitete aber immer noch für die Partei im Nordend und wurde später in Niederrad Ortsvereinsvorsitzender. Von 1968 bis 1974 war er Stadtverordneter und arbeitete in verschiedenen Ausschüssen mit. Als Rudi Arndt 1974 Oberbürgermeister wurde, wurde er Hauptamtsleiter.

„Damals wurde das Volksbildungsheim verscherbelt und das war eine Schande“, meinte Menzer. Auch nach der Wahlniederlage 1977 blieb er unter Walter Wallmann Hauptamtsleiter und kam gut mit ihm aus. 1990 wurde er Leiter des Ordnungsamtes bis zu seiner Pensionierung. Er war immer auch ehrenamtlich tätig und Richter beim Arbeitsgericht und in der Walter-Kolb-Stiftung. Seine zwei Söhne wuchsen zweisprachig auf mit Deutsch und der Muttersprache Spanisch. Neben all seinen Aktivitäten interessierte er sich auch immer für Kultur.

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