Gefühle in Bildern festgehalten

Roza Kaufman stellt im NBZ Ostend aus

Christiane Dubuque, Roza Kaufman und Sofja Vinarskaia vor Bildern der Künstlerin. Foto: Faure

Ostend (jf) – Viele Besucher waren in die dritte Etage der Waldschmidtstraße 39 ins Café des Nachbarschaftszentrums (NBZ) gekommen, um an der Vernissage der Ausstellung von Roza Kaufman teilzunehmen. Christiane Dubuque begrüßte die Gäste und verwies auf die Kooperation mit dem Günter-Feldmann-Zentrum ein paar hundert Meter weiter in der Waldschmidtstraße. Man wisse voneinander, begegne einander und arbeitete mitunter zusammen. Bei dieser Vernissage war das beispielsweise der Fall, denn Roza Kaufman ist seit vielen Jahren im Günter-Feldmann-Zentrum bekannt und aktiv. Geschäftsführerin Sofja Vinarskaia hatte Kontakt zum NBZ aufgenommen, Christiane Dubuque von Roza Kaufman erzählt.

 „So passt die Ausstellung gut zu uns, wir wollen, dass sich die Menschen entfalten können, haben unsere Ausstellungen seit etwa dem Jahr 2000 intensiviert. Das ist vor allem Gerda Mielczarek-Will zu danken, die eine Menge Ideen hat und selbst energisch mit zupackt“, sagte Dubuque. Sabine Baumann aus dem Vorstand des NBZ unterstütze die Gestaltung des Programms. „Roza Kaufman hat 18 anspruchsvolle und schöne Bilder mitgebracht. Wer sich selbst für Zeichnen und Malerei interessiert, kann die Künstlerin ansprechen – sie gibt auch Kurse“, bemerkte Dubuque.

Roza Kaufman erläuterte: „Die Bilder sind in Deutschland entstanden, seit 18 Jahren wohnt meine Familie in diesem Land.“ 1999, vierzehn Tage vor dem Millennium, kamen die Kaufmans mit ihren zwei großen Kindern Ilja und Olga nach Deutschland. Ein Bild mit dem Titel „Millennium“ erzählt von diesem Umbruch und Neubeginn. Auf den ersten Blick erscheint es fröhlich, ein Feuerwerk begeistert die Menschen, Musik wird gespielt, ein Seiltänzer balanciert von Haus zu Haus, vielleicht von Welt zu Welt. Doch auf dem Grund der riesigen Eieruhr im Zentrum liegen Totenköpfe.

Schon früh für die Kunst interessiert

„Das Leben in Lviv (Lemberg) in der Westukraine war schwer. Mein Herz tut weh, wenn ich jetzt an die Ukraine denke“, sagte Roza Kaufman, die eine akademische Ausbildung in Lviv absolvierte und sich schon früh für Kunst interessierte. Nach ihrem Studium unterrichtete sie an einer Kinderkunstschule und beschäftigte sich mit Kinderbuchillustration und Puppentheater. Kinder leitet sie bis heute im Malen und Zeichnen an. Die 66-Jährige fühlt sich gut in Deutschland, ihre beiden Kinder haben studiert und arbeiten. Inzwischen hat Roza Kaufman drei Enkel, die sie erfreuen. Sie wünscht sich eine friedliche Zukunft für die Welt und für ihre Familie und noch viele kreative Jahre für sich selbst.

Ihr jüngstes Bild erzählt vom nächtlichen Lviv; ein Haus mit einer Apotheke an der Ecke neigt sich einer Kirche zu, dahinter steht ein helles, klassizistisches Gebäude. Einsam geht eine Frau durch die vom Mond und einer schönen alten Laterne erhellte Nacht. Links oben schwebt ein Fisch dem Himmel zu. „Und was bedeutet der Fisch?“, fragte eine Besucherin. „Ich bin auch ein Fisch“, antwortete Roza Kaufman – sie ist im März, also in diesem Tierkreiszeichen, geboren. Zur Vernissage gehören ein paar Getränke und ein kleines Büffet, das aus russischem und jüdischem Gebäck und deutschen Brezeln besteht. Eine gute Mischung. Die Ausstellung im NBZ ist bis September zu sehen.

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