Kunstkulturkirche Allerheiligen zeigt Installation von Ulli Böhmelmann

Schwebender „Schwarm“ unter der Kuppel

Ulli Böhmelmann und ihre Installation „Schwarm“ in der Kunstkulturkirche Allerheiligen. Foto: jf

Ostend (jf) – Das Gebilde, fast rund, sieht aus wie eine riesige Seifenblase mit Struktur, die an verschiedenen Stellen immer wieder aufleuchtet. Genau das unterstrich die Musik „schwarm-studie 1“, an der Orgel der Kunstkulturkirche Allerheiligen zur Vernissage interpretiert von Richard Millig.

Transzendent und luzide, schwerelos und zugleich unverrückbar. Geheimnisvoll, mysteriös und verlockend.

Pastoralreferent Andreas Wörsdörfer begrüßte die Gäste. „Ulli Böhmelmann hat zwei Wochen lang in der Allerheiligenkirche gearbeitet, in der es seit zehn Jahren Kunstprojekte und Ausstellungen gibt. Das Kreuz über dem Altar unter der Lichtkuppel hat ihrem ‚Schwarm’ Platz gemacht. So wird ein Aspekt der Leichtigkeit dem klaren Raum hinzugefügt.“ Bewegt man sich um den „Schwarm“, verändert er sich, blinkt an immer neuen Stellen auf. „Im Raum der Seelsorge geht es auch um Bewegung und um Licht“, verdeutlichte Wörsdörfer.

Dorothea Baer-Bogenschütz würdigte die Orgelklänge zu Beginn der Vernissage: „Die Musik war ein guter Einstieg.“ Die 1970 in Mainz geborene und gegenwärtig in Köln lebende Künstlerin Ulli Böhmelmann gibt in ihrer Installation dem Licht viel Raum.

Böhmelmann, die an der HfK Bremen studierte und bereits in Japan, den Niederlanden, Spanien, Russland und Frankreich ausstellte, ist mehrfach ausgezeichnet worden.

Baer-Bogenschütz sagte weiter, Licht sei notwendig in einer Gesellschaft, in der „die Daumen-rauf-Daumen-runter-Mentalität“ herrsche, in der uns viel abverlangt werde: „Die Selbstverortung im gesellschaftlichen Gefüge wird immer schwieriger“, bemerkte die Kulturjournalistin.

Kunst und Kultur und Kirche gehören in Allerheiligen seit zehn Jahren zusammen, Ausstellungen haben sich im Sakralbau an der Thüringer Straße zum etablierten Format entwickelt.

„Die Installation ‚Schwarm’ erscheint, je nach Standort des Betrachters, als geordnete kristalline Struktur, chaotische Masse oder vertikale Anordnung von Kugelsträngen. Im permanenten Wechselspiel reflektieren unterschiedliche Bereiche das Tageslicht“, heißt es im Flyer zur Ausstellung.

Bei „Schwarm“ handelt es sich um rund 4 500 Kristallglaskugeln mit einem Durchmesser von zwei Zentimetern und einem Gewicht von vier Gramm. 50 Kilo wiegt die Installation insgesamt. „Nicht eine Kugel ist beim Aufbau kaputt gegangen“, sagte Ulli Böhmelmann.

Der Kauf der Kugeln wurde durch Crowdfunding finanziert. Durch Nylonfäden sind die einzelnen Kugeln verbunden und zu Strängen geworden, befestigt sind diese an einem Stahlseilnetz, das kaum auffällt und zwischen den vier Säulen der Kuppel gespannt ist.

Die Installation ist bis zum 30. September zu sehen und wird von mehreren Veranstaltungen begleitet. Weitere Details dazu sind unter www.kunstkulturkirche.de nachlesbar.

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