Markt der Möglichkeiten

„Schwellen runter“ in der Friedrich-Ebert-Schule

Am Tisch der Aids-Hilfe Frankfurt spricht Christian Gaa (links) mit Alen, Alisha und Paula. Foto: Faure

Seckbach (jf) – Die Kohle verzockt, Stress mit der Familie und den Freunden? In Mathe keinen Durchblick mehr? Einfach mal reden – ohne den drohend erhobenen Zeigefinger und Gebrüll? Zuhause hält man es nicht mehr aus? Erste Liebe – und erste Trennung. Was nun? Langeweile – wo finde ich passende Freunde und spannende Hobbys? Mit dem Gesetz in Konflikt geraten? Fragen über Fragen, die gerade auch Achtklässler beschäftigen. Das Projekt „Schwellen runter“ hat Antworten. Seit über 20 Jahren gibt es diese Aktion, seit fast 20 Jahren kümmert sich der Stadtteilarbeitskreis Nordend/Bornheim um die Angebote.

„In erster Linie geht es darum, die Jugendlichen über die breite Palette von Einrichtungen und Institutionen zu informieren“, erklärt Rüdiger Koch, der die Projekttage seit vielen Jahren organisiert. In der jährlich neu aufgelegten Broschüre werden zwei Einrichtungen der Berufsvorbereitung, 17 offene Treffs und Jugendhäuser sowie 20 Beratungsstellen vorgestellt. In diesem Jahr präsentieren sich in der Friedrich-Ebert-Schule fast 20 dieser Einrichtungen auf dem Markt der Möglichkeiten. Etwa 230 Jugendliche aus dieser Bildungseinrichtung und aus der IGS Nordend können sich an den Ständen informieren und Besuchstermine abstimmen.

In kleinen Gruppen suchen sie die Einrichtungen, für die sie sich interessieren, auf. Anschließend werden in den Schulen die Erkenntnisse und Erfahrungen aus diesen Ortsterminen vorgestellt. So erfährt jeder etwas über die Angebote. Erstmals ist der Eri-Treff, der seinen Sitz im Jugendhaus Heideplatz hat, mit auf dem Markt der Möglichkeiten. Nesanet Ghebreslasie und Erik Schimpf sitzen hinter dem Tisch.

„Viele wissen nichts von uns, aber wir sind schon seit 1986 in Frankfurt. Die meisten denken, dass der Treff nur für Eritreer da ist, doch wir bieten Hausaufgabenhilfe für alle an. Ich selbst bin über diese Schiene zum Treff gekommen“, erklärt Ghebreslasie. Der offene Treff ist für Schüler ab der fünften Klasse gedacht und bietet nicht nur Hilfe bei den Hausaufgaben, sondern auch professionelle Klausur- und Prüfungsvorbereitung an. Die Computer und Drucker können genutzt werden, einmal monatlich finden Ausflüge statt. „Wir vermitteln auch Praktika und Plätze für ein Freiwilliges Soziales Jahr“, ergänzt Schimpf. Die Anbindung an das Jugendhaus ermöglicht die Nutzung weiterer Angebote. Ein Hauptamtlicher und sechs Ehrenamtliche engagieren sich im Eri-Treff, die Ehrenamtler sind alles Studierende. „Unser Konzept heißt selbstbestimmtes Lernen“, erläutert Schimpf. Wer eine andere Unterstützung braucht, kann im Rahmen des großen Netzwerkes weitervermittelt werden.

Genau das will der Stadtteilarbeitskreis Nordend/Bornheim erreichen – eine gute Information über die Einrichtungen und ihre Vernetzung. So kann jeder Jugendliche schnell die besten Lösungen für die eigenen Probleme finden. Nur den Anruf oder den Weg zur passenden Anlaufstelle muss er selbst auf sich nehmen. Aber die Schwellen sind ja niedrig.

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