Natur erleben im Grüngürtel

Seckbach: Junge Migranten lernen nachhaltig Deutsch

Mitten in der Natur sammeln, waschen, entkernen und zerkleinern die Schüler die Äpfel. Foto: Mohr

Nordend/Seckbach (zmo) – Gute Deutschkurse für junge Migranten sind wichtige Voraussetzungen für eine gelungene Integration. So auch in Frankfurt. Es gelingt aber nicht immer, die Jugendlichen zu den Kursen langfristig und nachhaltig zu motivieren. Oft ist das Interesse von kurzer Dauer und wird dann nicht mehr wahrgenommen. Seit dem Schuljahr 2015/ 2016 gibt es jetzt das Konzept InteA – Integration und Abschluss.

An fünf Tagen in der Woche haben jugendliche Migranten Gelegenheit Deutsch zu lernen. Neben der Sprache werden sie sich aber auch mit der deutschen Kultur, ihrer Lebensumgebung und der ihrer Mitschüler beschäftigen. Politik, Sport, Ausflüge und Veranstaltungen stehen zusätzlich auf dem Stundenplan und machen den Unterricht abwechslungsreicher und damit auch nachhaltiger.

Die Intensivklasse (InteA) der Hans-Böckler-Schule, mit jungen, teilweise unbegleiteten Migranten, verbrachte nun einen Tag auf den Streuobstwiesen „Heiligenstock“ bei Seckbach. Mit ihrer Deutschlehrerin Juliane Enger, hatten die Schüler Gelegenheit zu erfahren was man, vor allen Dingen in Frankfurt, aus Äpfeln alles machen kann. Zunächst wurden die Früchte gesammelt, gewaschen, entkernt und zerkleinert. Dann wurden sie an der Presse zu frischem Apfelsaft verarbeitet. Dass sie einen besonders klimafreundlichen Saft hergestellt haben, wird in der anschließenden, auf Deutsch geführten regen Diskussion über Anbauländer, Transportwege und saisonalem Verzehr noch einmal deutlich in den Vordergrund gestellt.

Alternative zum Lernen auf der Schulbank

Juliane Enger hat mit diesem etwas ungewöhnlichen pädagogischen Unterricht mittlerweile Erfahrung gesammelt und schätzt den Erlebnischarakter des Projektes „Natur erleben im Grüngürtel“. Für sie ist es wichtig, dass die Schüler ihrer Intensivklasse mit der Arbeit in den Frankfurter Streuobstwiesen auch ein Stück Lokalidentität erfahren. Seit 2003 dient der Frankfurter Grüngürtel nicht nur der Freizeit und der Erholung, sondern auch als Bildungsraum. Seitdem nutzen Schulklassen und Kitagruppen den außerschulischen Lernort, der nun auch der besseren, umfangreicheren Integration von Migranten zur Verfügung steht. „Natur erleben im Grüngürtel“ und dabei die Sprache lernen – eine gute Alternative zusätzlich zum Lernen auf der Schulbank.

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