Kulturverein stellt Nachschlagewerk vor Seckbacher Museumsgeschichte auf über 500 Seiten

Walter Sauer stellte das Seckbacher Museumsbuch vor, das ein Kompendium über die Geschichte Seckbachs seit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 880 ist. Foto: Schieder

Seckbach (ms) – Der Kultur- und Geschichtsverein Seckbach hatte unlängst einen großen Tag. Gemeinsam mit Vertretern zahlreicher Seckbacher Vereine stellte er im alten Pedellhaus der Zentgrafenschule, wo der Geschichtsverein sein Museum hat, das Seckbacher Museumsbuch vor.

„Wir sind hier in allem sehr beengt“, stellte Walter Sauer fest. „Seit über 30 Jahren sammeln und recherchieren wir über das Dorf und den Stadtteil.“ Dazu forschten sie nicht nur im Staatsarchiv in Marburg sondern erhielten von Seckbacher Bürgern Bilder und Dokumente. Außerdem sammeln sie Zeitzeugenberichte. Dabei entstand auch die Idee für das Museumsbuch. Um die Unterstützung der Polytechnischen Gesellschaft zu erhalten, bewarb sich Helmut Steinacker als Stadtteilhistoriker. Im Buch sollte sich auch Platz finden für die vielen Dokumente, die in dem kleinen Museum nicht ausgestellt werden können.

Das Buch, das weniger Lesestoff als Nachschlagewerk ist, entstand als Werk einer Arbeitsgruppe. Es wurden die Themen verteilt. Zur Arbeitsgruppe gehörten Roland Bolliger, Ursula Krause, der inzwischen verstorbene Siegfried Neubauer, Walter Sauer, Hermann Schmidt und Helmut Steinacker. Darüber hinaus lieferten die Mitglieder Dr. Thomas Dahlmann, Franz Mühl, Dr. Erich Wiesner und Dr. Dieter Zeh Beiträge. Helmut Brehm hat dann die Beiträge gesammelt und das Buch zur Druckreife gestaltet. Besonders hob Sauer Siegfried Neubauer hervor, der sich vieler Themen angenommen hat und bis zu seinem Tode daran gearbeitet hat. „Es gibt nichts vergleichbares über Seckbach,“ erklärte er.

Buch kostet 25 Euro

Das Museumsbuch umfasst rund 520 Seiten und kostet 25 Euro. Es gibt eine Auflage von 500 Exemplaren, die im Heimatmuseum, in der Lohrberg-Apotheke, beim „Ratzefummel“ und in der „Krone“ verkauft werden. „Der Preis dient nur der Abdeckung der Druckkosten von rund 12.000 Euro“, sagte Sauer. Die Themen reichen von den Anfängen, der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 880, bis heute. Dazu kommt ein Abschnitt über die Natur, den Weinbau, den Lohrberg, den Huthpark und den Naturschutz. Ein weiterer Abschnitt ist der Bebauung und den Gebäuden gewidmet.

Schon früh bestimmten die Vereine das Leben in Seckbach. So gab es Gartenbauvereine aber auch Ziegenzuchtvereine, denn die Ziegen bestimmt lange das Leben im Dorf. „Wir haben 150 Mitglieder, zehn davon sind aktive. Ein großes Loch in unseren Chroniken sind die Nazizeit und der zweite Weltkrieg,“ stellte Sauer fest. Ein wenig ist nur über die jüdische Familie Seligmann bekannt und den Pfarrer Stein. Fotos von den Kriegszerstörungen gibt es auch nicht, denn Bombenschäden zu fotografieren war bei Todesstrafe verboten. Der Geschichtsverein ist also weiterhin auf die alteingesessenen Seckbacher angewiesen, um die Lücken in der Historie zu füllen.

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