Mit Revierleiterin Anni Fuchs beim Zooabend hinter den Kulissen des Ukumari-Landes

Super Team: Bär, Hund, Katze und Fuchs

Der Große Ameisenbär Falin lässt sich von Anni Fuchs und Kerstin Finze-Rieß gerne mit Erdnüssen locken. Foto: jf

Ostend (jf) – „Zur Abendführung? Dann folgen Sie mir!“, Anni Fuchs, die als Leiterin das Revier Ukumari-Land, den Katzendschungel und die Mähnenwolfpampa betreut, führt die große Gruppe gleich hinter das sonst für Besucher verschlossene Tor am Außengehege.

Ihre Kollegin Kerstin Finze-Rieß wartet auf die Gäste, die an diesem Abend die Brillenbären und Waldhunde, die Großen Ameisenbären, die Schwarzen Brüllaffen und die Rostkatzen sehen werden. Bevor es noch weiter hinter die Kulissen geht, zeigt Fuchs auf einen Berg eigenartiger Gegenstände, darunter Bälle, Tierspielzeug, Quietsche-Entchen, Pappkisten und Toilettenpapier: „Das alles dient der Tierbeschäftigung. Mit dem Klopapier, das allerdings vierlagig sein muss, spielen die Rostkatzen sehr gerne. Das Ergebnis sind schimpfende Tierpfleger, die das abgerollte Papier wegräumen müssen, und glückliche Katzen.“

Dann geht es ins Haus. Gleich links befindet sich eine lange Edelstahlarbeitsplatte, da werden die Speisen für die Tiere zubereitet. Rechts ist der Okapi-Bulle Ahadi untergebracht, weil es bei den Waldgiraffen Nachwuchs gab und man die Tiere noch eine Zeit lang voneinander trennen muss.

Fuchs und Finze-Rieß deuten auf eine gelbe Linie im Bärengang: „Die bitte nicht übertreten. Die Bären würden gerne mit den Rucksäcken der Besucher spielen, das würde den Menschen aber nicht gut bekommen.“

Gut bekommen den Bären die Erdnüsse, diese kleinen Leckerli haben die Tierpflegerinnen dabei und locken sowohl Brillenbär-Mama Cashu als auch die niedlichen, fünfeinhalb Monate alten Bärenkinder Manu und Suyana nah ans Gitter. „Die Tiere können selbst entscheiden, ob sie drin oder draußen sein wollen“, erklärt Anni Fuchs. Bärenvater Nobody befindet sich nebenan. Plötzlich rauscht es bei Nobody: „Er trinkt und kann sich das frische Wasser selbst zapfen“, erklärt Kerstin Finze-Rieß.

Weiter hinten haben die vier Waldhunde ein geräumiges Gehege für sich. „Brillenbären und Waldhunde leben auch in Südamerika in einem Gebiet. Im Ukumari-Land haben sie draußen extra Röhren, wo sie sich verstecken können“, sagt Fuchs.

Der Große Ameisenbär Falin wird zurzeit alleine gehalten, seine Partnerin Ines ist trächtig.

Es geht die Treppen hoch, und die Besucher haben vom Dach einen super Blick auf das Ukumari-Land. Im Hintergrund herrscht Aufregung: Die Schwarzen Brüllaffen wundern sich über so viele späte Besucher.

Diese versuchen anschließend, noch einen Blick auf die Rostkatzen zu werfen. Doch die elf Tiere haben sich in ihren mit Bambus ausgestatteten Gehegen versteckt. „Eine 13-jährige Katze ist der Chef. Sie vermöbelt jeden Kater“, erzählt Anni Fuchs. Rostkatzen werden so alt wie Hauskatzen. 2013 hat sie eine Rostkatze aus Sri Lanka geholt, sie konnte den dortigen Zoodirektor überzeugen. Von den kleinsten Wildkatzen der Welt kann Fuchs stundenlang erzählen, „das ist mein Highlight“, gibt sie unumwunden zu.

Anni Fuchs arbeitet seit 39 Jahren im Zoo Frankfurt. „Ich gehe immer wieder auf Fortbildungen, das ist mir wichtig“, sagt sie. Ein Zitat des ehemaligen Zoodirektors Richard Faust hat sie sich zu eigen gemacht: „Ich will im Zoo keine zahmen Deppen.“ Deshalb bleiben die Jungtiere so lange wie möglich bei ihren Müttern, deshalb sind Handaufzuchten nur eine Notlösung.

Abendführungen finden von Mai bis September jeden letzten Freitag im Monat um 19 Uhr statt.

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