Silvesterabend endet im Sankt Katharinen Krankenhaus

Unbekannte brechen 44-jährigem Frankfurter die Wade

Saeed Arif präsentiert sein dick verpacktes, rechtes Bein. Sechs Wochen muss er die Orthese mindestens tragen. Foto: agk

Bornheim (agk) – Saeed Arif liebt es zu feiern. Massen-Veranstaltungen mit vielen Menschen, bei denen viel getanzt wird – das ist sein Ding. Klar, dass der 44-Jährige in der Silvesternacht mit Freunden in Frankfurt unterwegs war. Doch diese Nacht endet nicht durchgetanzt mit vielen neuen Bekanntschaften, sondern im Frankfurter Sankt Katharinen Krankenhaus.

Es ist 1.30 Uhr in der Silvesternacht als Arif den Kontakt zu seinen fünf Freunden verliert. Sie gehen schon weiter, während Arif einen Böller aus seiner Plastiktüte holt. Er zündet ihn an und stellt ihn auf den Bürgersteig. Er ist nur ein paar Meter von der Straßenbahnhaltestelle Börneplatz entfernt. „Das war so ein dreieckiges Ding, aus dem eine Funken-Fontäne schießt. Ich bin zwei Schritte zurück gegangen und wollte es beobachten.“

Plötzlich taucht ein 1,65 Meter großer, junger Mann auf. Er schnappt sich den Böller und hält ihn Arif vor die Nase. Er hat dunkle Haare, einen dunklen Teint. „Er wirkte wie jemand aus Nordafrika“, sagt Arif. Er habe ihn angepöbelt, zwei-, dreimal „Was willst Du?“ mit ausländischem Akzent gesagt. Danach geht alles blitzschnell. Ruckzuck stehen vier weitere Typen vor ihm. Sie prügeln sofort auf ihn ein. Arif: „Ich bin zu Boden gegangen und habe die Hände schützend vor mein Gesicht gehalten. Die haben auf mich eingeschlagen, nach mir getreten, und einer ist auf mich gesprungen. Es ging alles sehr schnell.“

Operation nach starken Schmerzen

Arif, der gerade eine Ausbildung zum Rettungssanitäter macht, berappelt sich. „Ich habe an der Schläfe und am Kinn geblutet. Beim Aufstehen habe ich sofort mein rechtes Bein gespürt.“ Was ihn aber mehr schmerzt: „Da haben zig Leute rumgestanden. Keiner hat eingegriffen“, sagt er. Fünf Tage später hat er in seinem Bein immer noch Schmerzen. Am vergangenen Dienstag wurde er im Sankt Katharinen Krankenhaus operiert. Anderthalb Stunden lang. Die Wade ist im oberen Bereich gebrochen. Jetzt hat er eine Schraube im Bein und eine Orthese am Unterschenkel.

„Ich hätte mir gewünscht, dass jemand diese Kerle zurückgehalten hätte. Ich bin mir sicher, das ist so ein Trupp, der darauf aus war, Stunk zu machen. Die sind bestimmt in die Straßenbahn und abgehauen. Wenn’s nach mir gehen würde, wären noch viel mehr Überwachungskameras im Einsatz“, sagt er und fügt hinzu: „Ich finde es so schade, dass solche Idioten schöne Feiern kaputt machen. Und wenn es wirklich Afrikaner waren, sorgen diese Chaoten dafür, dass alle Ausländer wieder in einen Topf geworfen werden.“ Jetzt hofft er auf Zeugen. Wer etwas gegen 1.30 Uhr am Frankfurter Börneplatz gesehen hat, kann sich an jede Polizeidienststelle wenden.

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