Ausstellungseröffnung in der Naxos-Halle

Verlassene Orte in Rhein-Main

Ansichtssache: Von den Besuchern hat jeder seinen eigenen Blick auf die Werke. Foto: Schneider

Ostend (zjs) – Jörg Rudolph faszinieren Graffitis als kulturelle Ausdrucksmöglichkeit und dabei ist er auf die leer stehenden Gebäude gestoßen, die eine eigene Anziehungskraft auf den Fotografen ausüben. Zusammen mit Jörg Udo Kuberek zeigt er jetzt die Werke in der Naxos-Halle in der Waldschmidtstraße: „Verlassene Orte – Lost places in Rhein-Main“ ist die Ausstellung betitelt. Obwohl gerade im Rhein-Main-Gebiet viel gebaut wird, gibt es sie noch, die verlassenen Ecken und Gebäude. Sie erzählen ihre eigenen Geschichten und geben Einblicke in die Vergangenheit. Sie sind verfallen, vergessen und warten auf Sanierung, meist jedoch auf den Abbruchbagger. „Viele der Motive habe ich in Frankfurt, Wiesbaden und Hanau entdeckt“, erzählt Jörg Rudolph, Sozialarbeiter aus Wiesbaden. Bevor er in die Gebäude geht, versucht er die Besitzer zu kontaktieren, was nicht immer ganz einfach ist: „Für viele Anlagen sind ausländische Investoren zuständig, die nicht antworten, aber wir brechen nicht ein, gehen nur in offene Gebäude“, versichert der Fotograf.

Die verlassenen Orte wieder sichtbar zu machen, an sie zu erinnern, zu dokumentieren und das Schöne darin zu entdecken, treibt die beiden Künstler an. Sie waren in alten Schulen, verfallenen Handwerksbetrieben und ehemaligen Industrieruinen. Häufig holt sich die Natur ihren Lebensraum zurück, deutlich erkennbar durch die kleine Birke und Kiefer vor unscharfen Schutthalden. Die Motive haben ihren eigenen Charme, die sich manchem Zuschauer erst auf den zweiten Blick erschließt, doch gerade das ist gewollt. Es geht um die individuelle Wahrnehmung und Umsetzung, wodurch eine perspektivische Spannung entsteht. Gerade darum geht es den Machern. Deshalb ist für sie die Naxos-Halle der ideale Ausstellungsort als Teil der Industriekultur im Frankfurter Osten.

Über 40 Bilder der beiden Hobbyfotografen sind noch bis Sonntag, 4. Juni zu sehen, jeden Tag von 18 bis 20 Uhr.

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