Wasserlehrpfad besteht seit einem Jahr und ist eine beliebte Attraktion bei Jung und Alt

Viel Aufwand für ein unverzichtbares Gut

Elisabeth Jreisat und Constantin Alsheimer an der Pumpstation. Fotos: Faure

Nordend (jf) – „Schaut mal, da läuft das Wasser!“ Die Kleinen im Großraum-Kinderwagen jauchzten und klatschten in die Hände. Sie gehörten mit zu den ersten Gästen des Sommerfestes im Wasserpark. Die Mainova hatte anlässlich des einjährigen Bestehens des Wasserlehrpfads in den Park zwischen Friedberger Landstraße und Dortelweiler Straße eingeladen. Neben den neun Stationen des Lehrpfads gab es allerlei zusätzliche Informationen rund um das Wasser und Mitmachspiele. Beispielsweise zwei fest installierte Räder, da konnte der Energieverbrauch beim Fahren gemessen werden. Ganz schön anstrengend, die 390 Kilokalorien einer Currywurst wieder abzustrampeln.

1871 wurde auf dem Friedberger Platz ein Ventilationsturm für die Kanalisation errichtet, gleichzeitig wurde mit dem Bau der ersten deutschen rund 66 Kilometer langen Fernwasserleitung von den Quellen des Vogelsberges nach Frankfurt begonnen. 1873 strömte das erste Vogelsberger Wasser in den unterirdischer Hochbehälter des Wasserparks mit einem Volumen von 25.000 Kubikmetern. Noch heute wird dieser Hochbehälter mit vier Kammern, zwei Druckerhöhungsanlagen und drei Lüftungen – kleine, unter Denkmalschutz stehende Tempel im Park – genutzt. Der Hochbehälter ist einer von insgesamt fünf in Frankfurt. „Im Wasserpark gedeihen außerdem über 6000 Pflanzen, das nützt auch den Imkern mit ihren Bienenvölkern gleich neben dem Park“, sagte Constantin Alsheimer, Vorstandsvorsitzender der Mainova. Nicht nur die neun Stationen des Lehrpfades, sondern auch der Trinkwasserbrunnen werden von den Besuchern gerne besucht und in Anspruch genommen; ein Radfahrer füllte gerade am mit Knopfdruck zu betätigenden Brunnen seine Vorräte kostenfrei wieder auf.

Der Mainova-Ignaz-Club für Kinder hatte nicht nur einen eigenen Stand auf dem Fest, sondern auch sein Maskottchen mitgebracht, den Spatz mit den roten Federn am Kopf. Ignaz testete den Lehrpfad gleich selbst.

Täglich verbraucht jeder Frankfurter durchschnittlich zwischen 140 und 150 Liter Wasser – und das bei einem Preis von 0,2 Cent pro Liter. Da kommt das Wasser aus dem Supermarkt natürlich nicht mit, und die Qualität des Frankfurter Trinkwassers ist hoch. „Dafür betreiben wir viel Aufwand“, sagte Alsheimer. Hessenwasser-Geschäftsführerin Elisabeth Jreisat nickte. In ihrem Unternehmen sind 360 Mitarbeiter für das kostbare Gut zuständig, bei der Mainova sind es rund 200 Kollegen. „Beim Thema Wasser beschäftigt uns die Speicherkapazität genauso wie beim Thema Energie“, bemerkte Alsheimer. „Der Schatz der Region ist der unterirdische See im Hessischen Ried“, erklärte er. Das Wasser im Hochbehälter an der Friedberger Landstraße kommt allerdings über die Kinzig-Leitungen aus dem Vogelsberg.

Spielerisch kann der Besucher auf dem 200 Meter langen Pfad, der einem Flusslauf ähnelt, nachvollziehen, was alles notwendig ist, bis das Wasser vom Vogelsberg aus dem heimischen Hahn kommt, und zwar in höchster Qualität. Es muss über Leitungen transportiert und gefiltert werden und stets ausreichend vorhanden sein. Komplizierte und streng überwachte Verbundsysteme sorgen dafür, dass uns das kostbare Gut stets zur Verfügung steht – und das auch noch in den nächsten 50 Jahren – mindestens.

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