Ortsverband Bornheim des DRK feiert 90-jähriges Bestehen Vielseitiges Ehrenamt

Die Theater-AG der IGS Nordend, links Autor Jörg Valtin, spielten die Geburtsstunde des Internationalen Roten Kreuzes nach. Bild: J. Faure

Nordend (jf) – Als der Schweizer Geschäftsmann und Humanist Henry Dunant im Juni 1859 zum Schlachtfeld in der Nähe von Solferino in Italien kam, sah er unermessliches Leid. An einem einzigen Tag starben 6000 Soldaten, 25000 wurden verwundet. Dunant wollte helfen – ohne Ansehen, zu welcher Kriegspartei die Männer gehörten. Er suchte Freiwillige, errichtete ein Behelfshospital. Doch es fehlte an allem. 1863 trat ein fünfköpfiges Komitee in Genf zusammen, dem neben Henry Dunant der Jurist Gustave Moynier, der General Guillaume Henri-Dufour sowie die Ärzte Louis Appia und Théodor Maunoir angehörten. Dies war die Geburtsstunde des Internationalen Roten Kreuzes. Diese Zusammenkunft spielten Mitglieder der Theater-AG der IGS Nordend unter der Leitung von Ben Braun im Günthersburgpark noch.

Der Ortsverband Bornheim des Deutschen Roten Kreuzes hatte in den Park, der sich hinter dem Sitz der Zweigstelle erstreckt, zu einer Jubiläumsfeier anlässlich seines 90-jährigen Bestehens eingeladen. Außerdem wurde am 8. Mai, dem Geburtstag von Henry Dunant im Jahr 1828, der Weltrotkreuztag begangen.

„Das Fest wurde bereits seit November geplant“, verriet Dierk Dallwitz, Geschäftsführer des DRK-Bezirksverbandes Frankfurt. „Die Familie des Roten Kreuzes besteht aus Haupt- und Ehrenamtlichen. An diesem Festtag präsentieren sich vor allem die Ehrenamtlichen mit ihren unterschiedlichen Aufgaben“, informierte Dallwitz. Jeder könne sich einbringen, sei es bei der Wasserwacht, im Katastrophenschutz, beim Sanitätsdienst, in der Wohlfahrts- und Sozialarbeit oder in der Ausbildung der Jugend.

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„Ohne Ehrenamtliche könnten wir unsere Arbeit nicht leisten, auch nicht an den Tagen der bevorstehenden Fußball-Europameisterschaft“, unterstrich der Geschäftsführer.

„Seit 1866 gibt es das DRK Frankfurt“, erinnerte die Dezernentin für Ordnung, Sicherheit und Brandschutz Annette Rinn. „Die Arbeit aller Rettungsdienste verdient höchsten Respekt und große Anerkennung.“

Simone Muth vom Kinderhospizverein Löwenherz bedankte sich für die Partnerschaft des DRK bei der Aus- und Weiterbildung und Unterstützung der Familienangehörigen schwerstkranker Kinder.

Dann betraten die fünf „Herren“ Dunant, Moynier, Henri-Dufour, Appia und Maunoir feierlich und in schwarzen Anzügen die Bühne. In dem von Jörg Valtin, Ausbilder beim DRK, und seiner Frau Dagmar geschriebenen Stück geht es um die sieben Grundsätze des Roten Kreuzes: Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität. Gegenwärtig ist die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung in über 190 Ländern mit 16 Millionen Freiwilligen aktiv.

Zu den Aktiven gehört auch Anne Brand, sie kam in den 80er Jahren zum Ortsverband Bornheim. Ihr Alter weit jenseits der Rente sieht man ihr nicht an: „Ich treibe von Kind auf Sport, beschäftige mich gegenwärtig neben der ehrenamtlichen Arbeit beim DRK mit einem siebenjährigen Jungen aus der Ukraine und begleite ihn zweimal wöchentlich zum Fußballtraining. Dabei lernen wir auch Deutsch“, sagte die sympathische Frau im Rot-Kreuz-Outfit, die seit vielen Jahren ganz unterschiedliche Veranstaltungen im Rettungsdienst unterstützt.

Ein voll ausgestatteter Rettungswagen lockte Interessierte an. Die Wasserwacht präsentierte sich ebenso wie technische Dienste, der Katastrophenschutz und die Jugendarbeit.

Die Veranstaltung begeisterte viele, die sich an diesem Tag im Günthersburgpark aufhielten, und war auch aufgrund der gelungenen Theateruraufführung ein großer Erfolg.