Die Seebären Emil und Samu sind nach Brasilien umgezogen Aus dem Zoo ab in den Süden

Otti und seine beiden Söhne Samu und Emil. Foto: Zoo Frankfurt/p

Ostend (red) – Die südafrikanischen Seebären Emil und Samu haben jüngst den Frankfurter Zoo Richtung São Paulo in Brasilien verlassen. Jetzt hält nur noch ihr Vater Otti die Stellung. Denn der Zoo plant künftig die Haltung von Mähnenrobben.

Anfang November schwebten am neuen Schwenkkran an den Robbenklippen des Zoos zwei große Transportkisten in den Backstage-Bereich der Seebären-Anlage. Danach hieß es fleißig trainieren, denn die Seebären Emil (8) und Samu (6) sollten lernen, ruhig und stressfrei in die Kisten zu gehen, in denen sie am 6. Dezember die Reise ins Aquário de São Paulo, Brasilien, angetreten haben. In ihrer neuen Heimat werden die Brüder gemeinsam eine Anlage bewohnen.

„Nach fast 70 Jahren läuft damit die Haltung südafrikanischer Seebären in Frankfurt aus – vorerst“, erklärt Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig. „Denn im Tierbestand eines Zoos ist immer Bewegung. So gab es in unserem bereits sieben verschiedene Robbenarten und in den 1950er-Jahren auch schon mal Mähnenrobben.

Dass diese nun wiederkommen, freut mich, denn die Art ist nicht nur zoopädagogisch interessant, sondern auch ausgesprochen eindrucksvoll: Die männlichen Tiere können bis zu 2,60 Meter lang und 350 Kilo schwer werden.“

Zurück in Frankfurt bleibt Seebär Otti (19). Einst war er der Haremsführer. 17 Mal hatte er Nachwuchs, der nun in Zoos auf der ganzen Welt lebt. Da Seebären es gesellig lieben, sollen sobald als möglich zwei Mähnenrobben-Weibchen aus dem Aquarium in Valencia auf der Anlage einziehen.

Auch Züchtungen sind im Ostend geplant

„Eine solche Vergesellschaftung von Mähnenrobben und Seebären, die beide zu den Ohrenrobben gehören, ist normalerweise unproblematisch“, sagt Zootierärztin Nicole Schauerte. „Für die Mähnenrobben gibt es, im Gegensatz zu Seebären, ein europäisches Erhaltungszuchtprogramm, das neue Halter benötigt. Das heißt, dass wir mit dieser Art auch züchte“, sagt Schauerte.