Songs von "Yachtinstinkt" bis Louis Marin

Alexei Ulinicis Lieder regen zum Nachdenken an

Singer/Songwriter Alexei Ulinici sang im Café „Cult fee“ von Ersatzbefriedigung, kalten Herzen in Berlin und alternden Lebemännern. Foto: sh

Fechenheim (sh) – Hochemotionale Themen wie Trennung und Liebe, aber auch ganz alltägliche Begebenheiten, wie den Tritt in einen Hundehaufen hat der Singer/Songwriter Alexei Ulinici zu falbelhaften Liedern verarbeitet. Diese gab er kürzlich im Café „Cult fee“ zum Besten und sprach damit vor allem junge Menschen an, die sich in einer großen Gruppe im Café eingefunden hatten.

An Wortakrobatik und Hintersinn hat der Musiker beim Verfassen seiner Songs nicht gespart. Die Texte waren teilweise schonungslos, machten Spaß und regten gleichermaßen zum Nachdenken an. Der junge Künstler rechnete mit „kalten Herzen“ in Berlin ab, beschäftigte sich mit der Kirche („Lied des Antichristen“) und hatte in dem Song „Methadon“ Ersatzbefriedigungen verarbeitet. Mit einem Augenzwinkern versetzte er sich in dem Stück „Yachtinstinkt“ in einen alternden Herren, der sich wohlhabender macht, als er ist, um kurz vor seinem Ende noch so viele Frauen wie möglich ins Bett zu bekommen. Poetische Liebeslieder wie der „Mondwalzer“ gehörten ebenfalls zum Programm.

Alexei Ulinici widmet dem Maler Kazimir Malevich einen Song

Der angehende Kunsthistoriker hatte außerdem dem russischen Maler Kazimir Malevich, der Schöpfer des „Schwarzen Quadrats“, einen Song gewidmet. „Mich hat die Härte seines Gesichts beeindruckt. Das Lied über ihn habe ich eigentlich als Dark Wave-Stück geschrieben, aber um es zu interpretieren, ist meine Stimme nicht dunkel genug. Deshalb gibt es wieder ein Singer/Songwriter-Gebräu“, erklärte Ulinici. Das „Gebräu“ konnte sich allerdings hören lassen und begeisterte die Zuhörer.

Der Singer/Songwriter wagte sich auch an eine Improvisation

Selbst an eine Improvisation wagte sich Ulinici und bat um einen Zuruf aus dem Publikum, aus dem er spontan einen Song kreieren wollte. „Louis Marin“, rief da einer und Alexei Ulinici klärte auf, dass es sich dabei um den Namen eines französischen Zeichentheoretikers handele, über den er an der Universität eigentlich eine Arbeit schreiben wollte, diese aber wieder aufgeschoben habe. Die kleine Improvisation nahm rasend schnell Gestalt an – kaum zu glauben, dass sich der Musiker Text und Melodie während des Singens aus dem Ärmel geschüttelt und dabei noch den besonderen Stellenwert, den Marin in seinem Leben hat, in cleveren Anspielungen umrissen hat.

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