Das Leben ist vergänglich: Träume nicht aufschieben Ausstellung „Unartig“ im Atelier von Katharina Spandole

Katharina Spandole hat in ihrem Atelier in der Fechenheimer Gründenseestraße unter anderem Werke von Tomasz Brzezinski ausgestellt. Foto: sh

Fechenheim (sh) – Internationalen Künstlern Raum für Ausstellungen geben – das hat sich Katharina Spandole auf die Fahnen geschrieben. Ihr ruhig gelegenes Atelier in der Fechenheimer Gründenseestraße 19 ist mit seinen hellen Räumen ideal dafür geeignet. Jüngst wurden dort unter dem Titel „Unartig“ Werke von Tomasz Brzezinski und Michal Baranowski, zwei Künstlern aus Fechenheim, präsentiert.

Der Fotograf Michal Baranowski lichtet ab, was ihn unterwegs fasziniert. Für die Ausstellung hat er Bilder ausgewählt, welche die Themen Tod und Vergänglichkeit zum Inhalt haben. Ein von einem Zug erfasstes Reh war dort zu sehen, aber auch Stacheldraht vom KZ Auschwitz-Birkenau in Polen. „Ich verbinde das Leben mit dem Tod. Meine Bilder zeigen die Vergänglichkeit des Lebens. Der Tod wird in unserer Gesellschaft oft tabuisiert, er gehört aber zum Leben dazu“, sagt Baranowski. Seine Fotos sollen den Betrachter nicht abschrecken, betont der Künstler, sondern aufmerksam machen. Bei Katharina Spandole ist die Botschaft angekommen. „Es ist wichtig, im Hinterkopf zu behalten, dass das Leben plötzlich vorbei sein kann. Deshalb sollte man seine Träume nicht zu lange aufschieben“, interpretiert die Ausstellungsleiterin die Bilder.

Tomasz Brzezinski beschäftigt sich mit Kalligrafie

Bei den Objekten von Tomasz Brzezinski liegt der Fokus auf der Kalligrafie, der Kunst des „Schönschreibens“. „Ich habe die Gutenberg-Schule besucht und habe dort die altdeutsche und altenglische Schrift für mich entdeckt. Die fand ich sehr interessant“, berichtet der Künstler. Mit verschiedenen Schriften Botschaften zu transportieren und diese teilweise auch mit Bildern zu verbinden, ist Brzezinskis Metier. Sogar ein interaktives Werk gab es zu bewundern: Ein großes Acrylgemälde eines Gehirns mit dem Schriftzug „Use it“ („Benutze es“) und dazu die Aufforderung, eine Schwarzlicht-Lampe über das Gehirn zu schwenken. Der Betrachter konnte dann erleben, wie die Synapsen im Gehirn aufleuchteten und arbeiteten. Neben Bildern fertigt Brzezinski auch Objekte wie Tische an, die mit Kalligrafie-Elementen versehen sind. Unter der Glasplatte des ausgestellten Möbelstücks hat er den Songtext einer polnischen Sängerin verewigt.

Katharina Spandole ist stolz auf ihr Atelier in der Gründenseestraße 19

Über das Atelier von Katharina Spandole freut sich Brzezinski sehr. „Es ist schön, dass es hier einen Platz für Künstler gibt, wo man sich treffen kann, Ideen austauschen und eben auch ausstellen kann“, erklärt er. Auch Katharina Spandole ist mit ihrer Entscheidung, in ihrem Atelier auch andere Künstler zu präsentieren, sehr glücklich. Vor allem mittels Internet-Kanälen wie Facebook und Instagram hat sie Kontakte zu Künstlern in der ganzen Welt hergestellt, die ebenfalls Interesse haben, in Fechenheim auszustellen.

Als nächstes plant Katharina Spandole eine Ausstellung mit dem Titel „Starke Männer und ihre Schwächen“, bei der die Arbeiten verschiedener Künstler zusammenkommen sollen. „Die Vielfalt der Werke zu erleben, ist für die Künstler immer sehr motivierend“, erklärt Katharina Spandole. Die Ausstellung soll voraussichtlich im Spätsommer zu sehen sein.

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