Anerkennung für eine Unermüdliche Fechenheim: Bundesverdienstkreuz für Magdalena Grana

Grana und Peter Feldmann im Kaisersaal bei der Übergabe des Bundesverdienstkreuzes. Foto: jf

Fechenheim (jf) – „Als ich den Brief aus Wiesbaden bekam, habe ich das gar nicht geglaubt und noch mal angerufen und gefragt, ob das keine Verwechslung sei“, erzählt Magdalena Grana vor der Ehrung im Römer. „Ich konnte es gar nicht fassen.“ Viele waren gekommen, um bei der Auszeichnung der seit vielen Jahren ehrenamtlich Tätigen mit dem Bundesverdienstkreuz dabei zu sein. 

Nicht nur ihre vier Kinder, auch Urenkel Lenni, der mit acht Tagen der wohl jüngste Teilnehmer an der Veranstaltung war. Über den Nachwuchs ist Magdalena Grana glücklich, ein Lächeln huscht über ihr Gesicht. „Dass du den Kleinen mitgebracht hast“, freute sie sich und umarmte den Enkel und Vater. Umarmen musste die 1931 Geborene, der man ihr Alter nicht ansieht, an diesem Tag noch einige Menschen. Ingrid Scherling beispielsweise: „Sie war mir im Sozialrathaus Bergen-Enkheim die beste Chefin. Von ihr habe ich viel gelernt“, sagt Grana.

Scherling winkte ab: „Jetzt ist es umgekehrt, wir lernen von ihr. Aber Magdalena sollte nicht nur unermüdlich für andere da sein, sondern auch an sich selbst denken. Doch vielleicht ist dieser Einsatz für Menschen, die Hilfe brauchen, gerade das, was Magdalena fit hält. Sie hat viel Energie und viel Empathie, sieht, wo sie gebraucht wird, packt zu. Sie war immer zur Stelle, wenn sie gebraucht wurde. Und sie ist mit Leib und Seele Fechenheimerin.“

Nicht auf das eigene Ich fixiert

Oberbürgermeister Peter Feldmann geleitete Magdalena Grana zu ihrem Platz im Kaisersaal. Kinder, Wegbegleiter, Freunde, Genossen, Stadtverordnete hatten sich zur kleinen Feierstunde eingefunden. Feldmann würdigte Magdalena Grana: „Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verleiht einen der höchsten Orden der Bundesrepublik, das Verdienstkreuz am Bande, einer langjährig ehrenamtlich Engagierten. Magdalena Grana ist damit ein Gegenmodell zu dem, was in sozialen Netzwerken derzeit ziemlich auf das eigene Ich fixiert abläuft.“ Die Fechenheimerin beweise immer wieder, dass man einen Stadtteil nicht einseitig betrachten darf.

Fechenheim ist stolz auf seine Industrie, auf die Natur am Mainbogen, auf alte Häuser und aktive Bürger. Magdalena Grana ist in diesem Quartier verwurzelt, viele kennen die seit 1989 im Ortsbeirat 11 aktive Frau, die bis 2000 auch als Sozialpflegerin und anschließend als Sozialbezirksvorsteherin arbeitete und seit 2012 dem Seniorenbeirat angehört. Ihr Vater war in der Nazizeit widerständiger Sozialdemokrat, sie selbst und ihre Mutter begleiteten eine jüdische Freundin zur Mainkur. Von dort wurde die Frau deportiert. Eine schmerzliche frühe Erfahrung. Später setzte sich Magdalena Grana dafür ein, dass solche Verbrechen nicht vergessen werden.

Engagement gehört zum Alltag 

„Engagement ist für die Geehrte Normalität und gehört für sie zum Alltag“, unterstrich der Oberbürgermeister. „Wir wissen genau, was wir an unseren älteren ehrenamtlich Tätigen haben. Manchmal allerdings fehlt in unserer Gesellschaft der Respekt vor solchen Menschen. Eine Auszeichnung wie das Bundesverdienstkreuz erinnert daran und setzt ein Zeichen.“ Die Gesellschaft brauche Menschen wie Grana.

Nach Verlesung der Urkunde und Übergabe der hohen Auszeichnung bedankte sich die Geehrte bei allen und wiederholte die Geschichte, dass sie mit einer Verwechslung gerechnet habe, der Brief gar nicht für sie hätte sein können. „Ich möchte weitermachen und da sein, wenn ich gebraucht werde – solange mir das die Gesundheit erlaubt“, sagte Grana. Dafür erhielt sie lange Applaus und viele gute Wünsche.

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