Hunde, Katzen, Echsen – und viele Besucher Fechenheim: Sommerfest des Tierschutzvereins

Sabine Urbainsky mit einer Bartagame – auch um Reptilien kümmert sich der Verein. Foto: jf

Fechenheim (jf) – Schon vor dem Eingang zum Gelände des Tierschutzvereins war jede Menge los; 28 Stände boten Produkte rund um das Tier an, auf der Bühne spielte eine Band. Seit 40 Jahren hat der Tierschutzverein sein Domizil in der Ferdinand-Porsche-Straße – ein Grund das mit einem Sommerfest zu feiern.

Gegründet wurde er bereits 1841 – „als Auffangstation für Kutschpferde“, erklärte Tierheimleiterin Sabine Urbainsky. Seit zehn Jahren ist sie dabei und gehört zu den insgesamt etwa 30 Mitarbeitern. Das Tierheim beherbergt viele unterschiedliche Arten. „Es gibt fast nichts, was wir nicht haben“, sagt die aus Bayern stammende ehemalige Pferdewirtin. Etwa zwei Millionen Euro betragen die Ausgaben des Vereins jährlich. Zwar wird immer wieder gespendet, doch die Anzahl der Tiere steigt.

„Gerade bei den Reptilien geht die Zahl nach oben, weil die Leute unbedacht einkaufen und die lebende Ware einfach verschickt wird“, weiß Urbainsky. Es ist tatsächlich ziemlich simpel; auf Internetplattformen werden Millionen von (Haus-)Tieren angeboten – vom Fisch bis zum Pferd. 
Mehr Aquarien musste der Verein in den vergangenen drei Jahren anschaffen. „In den meisten schwimmen Wasserschildkröten“, hat die Tierheimleiterin bemerkt.

Vogelspinne in den Müll geworfen 

„Der Kauf eines Tieres muss gut überlegt sein“, sagte sie und erzählt von der Vogelspinne Lukas, die einfach auf den Müll geworfen wurde. Ein Nachbar hatte das beobachtet. „Die Polizei hat uns die Vogelspinne gebracht, wir konnten sie weiter vermitteln.“ Nur ein Beispiel von vielen. In zehn Jahren beim Tierschutzverein hat Sabine Urbainsky einiges erlebt. „Ich werde nie vergessen, wie wir fünf Stunden durch Hessen gefahren sind, um ein großes Aquarium für einen fast zwei Meter langen Leguan zu bekommen, der glücklicherweise nur temporär bei uns untergebracht war.“

Die Geschichte von dem im April dieses Jahres ausgesetzten Weißbüscheläffchen ging durch die Medien. Das nur 300 Gramm wiegende Tier lag in einer Box neben einer Parkbank in Offenbach. Ausgesetzt. Im Tierheim konnte es nicht aufgenommen werden, der Zoo sprang schließlich ein. Eine Zwischenlösung. „Auch bei uns gibt es Wartelisten für Tiere, die abgegeben werden sollen, denn wir müssen Boxen für Fundtiere frei halten“, erläutert Urbainsky.

Problem-Hunde sind eine Herausforderung

Zu viele problematische Hunde sind eine Herausforderung für den Verein. Über jede Vermittlung sind die Tierschützer natürlich froh – doch so einfach wird kein Tier abgegeben. „Wir benötigen vom künftigen Hundebesitzer beispielsweise eine Selbstauskunft. Mensch und Tier müssen sich vorher kennenlernen, dafür gibt es Kontaktareale für Hunde und Katzen auf dem Gelände“, erklärte die Expertin. Eine Vermittlungsgebühr ist außerdem zu zahlen, wenn die Übernahme in ein neues Zuhauses für das Tier vereinbart wird. 

Obwohl Sabine Urbainsky eher für Hunde zuständig ist, geht sie in die Aquarien- und Terrarienräume. Sie holt eine zahme Bartagame aus dem Terrarium, die neugierig in die Welt schaut. Auch dieses Tier sucht ein neues Zuhause. Wer sich für Tiere interessiert, kann sich gerne im Tierschutzverein umsehen, Informationen gibt es vorab auf www.tsv-frankfurt.de.

 

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