Pfarrerehepaar wechselt nach Bad Ems

Große Veränderungen in der evangelischen Gemeinde

Pfarrerin Lieve Van den Ameele. Foto: p

Fechenheim (red/sh) – Nach gut achteinhalb Jahren in Fechenheim wechselt die evangelische Pfarrerin Lieve Van den Ameele zum 1. Februar nach Bad Ems. Prodekanin Ursula Schoen wird im Gottesdienst am 28. Januar um 10.30 Uhr in der Melanchthonkirche, Pfortenstraße 4, ihren Dienst würdigen und sie verabschieden. Im Anschluss ist die Gemeinde in den Gemeindesaal zu einem Empfang eingeladen, um der scheidenden Pfarrerin Worte auf ihren Weg mitzugeben.

„Zwischen sechs und zehn Jahren beträgt in der Landeskirche die Regelzeit für den Verbleib auf einer Pfarrstelle”, sagt die Pfarrerin, „danach muss man sorgfältig abwägen, ob Kontinuität oder Veränderung wichtiger und nachhaltiger sind. In Fechenheim stehen durch den in den kommenden Jahren anstehenden Rückbau von zwei ganzen Pfarrstellen auf nur noch eine Stelle ohnehin Veränderungen an. Für jemanden, der mit einem unverstellten Blick von außen kommt, sind die neuen Gegebenheiten leichter zu realisieren als für jemanden, der die bisherige Praxis tief verinnerlicht hat. Eine Neubesetzung der Pfarrstelle bietet dem Kirchenvorstand darüber hinaus die Chance, Schwerpunkte zu überdenken, womöglich neue Akzente zu setzen und unabhängiger von Gewohnheiten zu handeln.”

Langfristig wird es in der evangelischen Gemeinde Fechenheim nur noch eine Pfarrstelle geben

Darüber, dass es in Fechenheim ab 2019 oder 2020 nur noch eine Pfarrstelle geben wird, habe das Dekanat entschieden – der Grund dafür sei gewesen, dass die Fechenheimer Gemeinde im Lauf der Jahre kleiner geworden sei, ergänzte Pfarrer Wilfried Steller, der gemeinsam mit seiner Frau die evangelische Gemeinde in Fechenheim Nord und Süd betreut. Er wird die Gemeinde auch vorerst weiterhin begleiten, sich aber aus gesundheitlichen Gründen demnächst zurückziehen und dann seiner Ehefrau nach Bad Ems folgen.

Für den neuen Kollegen bedeute die alleinige Betreuung der Glaubenskirche im Norden und der Melanchthonkirche im Süden eine große Herausforderung, die aber auch gleichzeitig neue Möglichkeiten eröffnet. „Man kann sich beispielsweise nachbarschaftlich mit angrenzenden Gemeinden ergänzen und unterstützen. Ab 2019 kommt zudem noch das Dekanat Offenbach zum Stadtdekanat hinzu“, erklärt Steller und rät dazu, „über den Main zu schauen“.

Die drei Kindertagesstätten sind Arbeitsschwerpunkte der Gemeinde

Die Arbeitsschwerpunkte der evangelischen Kirchengemeinde Fechenheim sind die drei Kindertagesstätten „Sonnenschein“, „Karibuni Bantu“ und „Mainstrolche“, die vorerst in der Trägerschaft der Gemeinde bleiben werden. „Das wird nicht leicht für die Kirchenvorstände, denn die Arbeit bedeutet, ein mittelständisches Unternehmen zu führen“, ist sich Steller bewusst. Das Dekanat habe jedoch in Aussicht gestellt, für eine Übergangszeit von ein bis zwei Jahren mit einer zusätzlichen halben Pfarrstelle für Entlastung und Unterstützung zu sorgen.

Pfarrerin Lieve Van den Ameele freut sich auf neue Herausforderung in Bad Ems

Für Pfarrerin Lieve Van den Ameele persönlich komme der Wechsel nach Bad Ems zum richtigen Zeitpunkt. „Zum einen bin ich noch jung genug, um mich einer neuen Herausforderung zu stellen, zum anderen freue ich mich darauf, meine erworbenen Kompetenzen noch einmal ganz anders als bisher einsetzen zu können“, sagt die 58-Jährige. „Die Pfarrstelle in Bad Ems passt sehr gut auf mein Profil, weil dort gerade meine Erfahrung als Gemeindeberaterin und meine Weiterbildung in den USA zur Pfarrerin in der Übergangsbegleitung gefragt sind, damit die dortige Kirchengemeinde ihre Stabilität zurückgewinnen kann. Dieser Aspekt hat auch die Landeskirche bewogen, meine Bewerbung zu unterstützen“, führt die scheidende Pfarrerin aus.

In ihrer Fechenheimer Zeit hat Van den Ameele im Bereich Gottesdienst Neues ausprobiert und eingeführt, so gibt es zum Beispiel den Gottesdienst in neuer Form und der Gottesdienst für Jung und Alt hat mit der Beteiligung der Kindertagesstätten und des Kindergottesdienst-Teams, der Einführung der „Puppet-Ministers” und des anschließenden Imbisses habe seine Konzeption und Regelmäßigkeit erhalten.

Pfarrerin pflegte interreligiösen Dialog im Stadtteil

Die Kindertagesstätten hat die Pfarrerin durch eine intensive religionspädagogische Arbeit, die entsprechende Fortbildung der Mitarbeitenden, eine zielgerichtete Personalentwicklung und engen Kontakt mit den Leitungen näher an die Gemeinde herangeführt. Seit September 2015 ist Van den Ameele auch Vorsitzende des Kirchenvorstands.

Wichtig war der Pfarrerin immer eine Willkommenskultur in der Gemeinde, um über die Kerngemeinde hinaus auch Distanzierte und Vorsichtige anzusprechen. Auch der interreligiöse Dialog im Stadtteil lag Van den Ameele am Herzen. In diesem Geist hat sie sich auch für Geflüchtete engagiert und Angebote in der Gemeinde etabliert.

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