SPD thematisiert Regionaltangente Ost „Natur wird zerstört“

Der Bau der Trasse der Regionaltangente Ost würde nach derzeitiger Planung Eingriffe in den Fechenheimer Wald bedeuten. Bild: sh

Fechenheim (sh) – Nachdem die Vorstellung der Machbarkeitsstudie zur Regionaltangente Ost (RTO) in Bergen-Enkheim bereits zu Entrüstungsstürme und der Gründung einer Bürgerinitiative (BI-BE) geführt hat, hat die SPD-Fraktion im Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Seckbach und Riederwald) ebenfalls zu diesem Thema einen Antrag für die kommende Sitzung des Ortsbeirats 11 am Montag, 27. Mai, um 19.30 Uhr im Saal des Heimat- und Geschichtsvereins Fechenheim, Burglehen 7, gestellt. In diesem warnt die Fraktion eindringlich vor der Zerstörung von Natur im Fechenheimer Wald durch das Bauvorhaben. Die RTO ist Bestandteil eines S-Bahn-Rings um Frankfurt, der die Metropole und die umliegenden Gemeinden besser miteinander verbinden und eine umweltfreundliche Alternative zum Auto anbieten soll.

Die Regionaltangente Ost ist als eine Verbindung zur Wetterau und dem Main-Kinzig-Kreis gedacht. Etwa sieben Kilometer lang soll sie sein, zweigleisig und die nordmainische S-Bahn-Strecke mit der Niddertalbahn („Stockheimer Lieschen“) verbinden. In südlicher Richtung sei zudem der Flughafen mit dieser Verbindung schneller zu erreichen.

Nach der Vorstellung der Machbarkeitsstudie, die zwar keine beschlossene Sache ist, auf der später aber einmal die konkrete Planung fußen soll, sprachen bei der April-Sitzung des Bergen-Enkheimer Ortsbeirats Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Grüne) und Thomas Busch, Leiter des Geschäftsbereichs Verkehrs- und Mobilitätsplanung beim RMV, von der „Vorzugsvariante“. Nach dieser soll die Trasse von der Mainkur durch den Fechenheimer Wald geführt werden – über die A66, mit einem 22 Meter hohen Brückenbauwerk über das Riedbad sowie einem rund zwei Kilometer langen Tunnel durch den Berger Rücken – bis nach Bad Vilbel-Gronau. Massive Eingriffe in die Natur wären die Folge.

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Die SPD im Ortsbeirat 11 verdeutlicht in ihrem Antrag, dass die Umweltschäden und Naturzerstörung bei der Umsetzung größer seien als durch den Autobahnbau Riederwaldtunnel. „Es soll zur bestehenden Autobahngrenze im Norden ein weiterer, bis zu 30 Meter breiter Bahndamm von Nord nach Süd gebaut werden“, kritisiert der Fraktionsvorsitzende Stephan Zilcher. „Dieser Bahndamm würde den Wald in zwei getrennte Gebiete teilen. Der Bahndamm muss zusätzlich mit chemischen Pestiziden frei von Bewuchs gehalten werden, was für diesen natürlichen Lebensraum inakzeptabel wäre. Was mit der daneben liegenden Grünbrücke über die Autobahn erreicht werden sollte, würde für die Tiere durch eine Eisenbahnbrücke konterkariert“, führt Zilcher aus. Des Weiteren geben die Sozialdemokraten zu bedenken, dass die für den Bahndamm erforderlichen Brückenrampen über die Autobahn breitere Fundamente benötigen als der reine Bahndamm selbst. „Diese Aufschüttungen bedeuten mehr Abholzungen und größere Hindernisse für die Tiere und Insekten. Von den Beschädigungen durch die massiven Bauarbeiten in dem Gebiet ganz zu schweigen“, mahnt Zilcher. Zudem seien entlang der Bahnstrecke noch Fledermausschutzwände aufzustellen, weiß der Lokalpolitiker.

Argumente zur besseren Erreichbarkeit des Flughafens mit der RTO entkräftet Zilcher. Man gelange damit zum eigenen Bahnanschluss des zukünftigen Low-Cost-Airline Terminals 3. Von dort müsse man zu den Terminals 1 und 2 wiederum einen Bus nehmen.

Zu befürchten sei durch die vorgestellte Trassenführung außerdem eine erhöhte Lärmbelästigung durch den S-Bahn-Verkehr – nicht nur für die Tiere im Wald. „Der Stadtteil Roter Graben hat die Bahnlinie dann direkt vor deren Balkons“, heißt es von Zilcher.

Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie werfe zudem die Frage auf, warum die Stadtplanung der Stadt Frankfurt die Gutachter nicht vorher auf das Biotop Fechenheimer Wald hingewiesen hat. „Die Planungen durch den Riederwaldtunnel und die entsprechenden Fachgutachten liegen doch bereits vor und es ist bekannt, dass der Schutz dieses Gebiets besonders wichtig ist. Der jetzt besagte Wald stellt eine Ausgleichsfläche für den Verlust der acht Hektar Wald im Westen des Waldes dar. Die Autobahn GmbH hatte bereits große Probleme, die jetzigen Planungen so umzusetzen. Es musste damals sogar ein zweites Umweltgutachten angefertigt werden, weil das erste Gutachten klare Vorgaben zum Umweltschutz enthielt, das in der Planfeststellung zu große Probleme aufgeworfen hatte“, kritisiert Zilcher. Die geplante Trassenführung lehnt die SPD-Fraktion ab. „Es sind andere Möglichkeiten mit den Nachbargemeinden zu finden, die eine Anbindung von Maintal und den nordöstlichen Gemeinden möglich machen“, macht er deutlich.