Lokale Bands setzen Zeichen gegen Rassismus

Rocken gegen Rechts im Fechenheimer Heinrich-Kraft-Park

Setzen Zeichen gegen Rassismus (v. l. hinten): Sänger Ludwig Götz, Jale Atmaca (SPD), Saxofonist Gerhard Völker, (v. l. vorn) Sylvia Kunze, Peter Schlüter (beide SPD) und Gitarrist Meinhard Grüter.

Fechenheim (jdr) – Weil die rechtspopulistische Partei AfD in Stadtteilen wie dem Riederwald ein starkes Wahlergebnis eingefahren hat, wird es am kommenden Samstag, 18. August, laut im Fechenheimer Heinrich-Kraft-Park. Rockige Musik wird gegen rechtes Gedankengut gespielt. Und die Menschen erheben laut ihre Stimme gegen Rassismus, wenn es zwischen 14 und 22 Uhr heißt: „Rock gegen Rechts“.

Gemeinsam mit Unterstützung von CDU, Grünen, Linken und Sozialdemokraten sowie Spenden von Firmen und Vereinen aus dem Bezirk des Ortsbeirats 11 (Seckbach, Riederwald, Fechenheim) veranstaltet die SPD Frankfurt das kleine Festival, um ein Zeichen zu setzen. „Es war uns ein Bedürfnis in Zeiten, in denen rechtspopulistische Ideen zunehmen, unsere Stimme dagegen zu erheben“, erläutert Sylvia Kunze, stellvertretende Parteivorsitzende der SPD Frankfurt: „Denn diese Stimmen sind nicht die der Gesellschaft.“ Die Gesellschaft sei ein breites Bündnis, in der jeder richtig und wichtig dort sei, wo er ist.

Mit der Veranstaltung am kommenden Wochenende will die Partei um mehr Solidarität werben. „Wir wollen aufstehen gegen Rassismus und laut werden“, sagt Kunze. Damit Frankfurt so weltoffen bleibe, wie es ist: „eine Stadt, in der jeder seinen Platz hat.“ Um ihrem Ziel Nachdruck zu verleihen, haben die Organisatoren für „Rock gegen Rechts“ drei lokale Bands zusammengetrommelt, die am Samstag den Heinrich-Kraft-Park zum Beben bringen wollen.

Mit Blues-Einflüssen auf der Bühne

Die Gruppe „Stella Artois“ ist ein Seckbacher Lokalmatador und macht seit 25 Jahren Rockmusik mit Blues-Einflüssen. Als Hauptakt des Festes, das auch für Familien ausgelegt ist, werden die Mitglieder am Abend rund zwei Stunden den Park rocken. Außerdem treten am Nachmittag zuerst die lokale Band „Albert goes to Fechenheim“, ebenfalls Rock und Blues – mit einer Frontsängerin, sowie „Karin Wagner and Friends“ auf. Letztere kommt aus dem Frankfurter Nordend und steht mit Gitarre und Coversongs – etwa von Janis Joplin – und eigens kreierten Werken auf der Bühne.

„Es ist gut die alte Marke ,Rock gegen Rechts’ wieder mehr zu aktivieren. In den Achtzigern war sie ja schon mal ganz groß. Doch jetzt, wo die Entwicklung zu rechter Denke wieder zunimmt, ist es einfach wichtig, aufzustehen“, ist sich Gerhard Völker von „Albert goes to Fechenheim“ sicher. „Außerdem wird es kulturelle Beiträge geben“, freut sich Genossin Jale Atmaca: „Damit wollen wir die Bereicherung aufzeigen, die durch die Vielfalt der Kulturen entstehen kann.“

Hass hat keine politischen Argumente 

Auch gibt es ein Zelt, an dem sich Besucher anmelden können, um Grußworte zu sprechen, ihre Geschichten zu erzählen. „Wir werden in verschiedenen Sprachen begrüßen“, sagt Atmaca. Ein Caterer sorgt für Verpflegung. Getränke werden von verschiedenen Helfern verkauft. „Wir sind froh, dass sich in der Region etwas für den Gemeinschaftssinn tut“, sagt Peter Schlüter von der SPD. Das sei extrem wichtig, denn die Menschen mit Hass auf Ausländer, „auf alles, was fremd ist, haben keinerlei politischen Argumente für ihre Sprüche, das muss aufgezeigt werden.“

250 bis 300 laufend anwesende Besucher erwartet das Ortsbeiratsmitglied am Samstag. Ein besonderes Anliegen ist ihm, dass diese möglichst mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. „Wir wollen ein Verkehrschaos vermeiden“, betont der Organisator. Der Weg zur Bühne auf der Wiese nahe der Toiletten ist am Samstag im Park ausgeschildert. Dann heißt es: Richtig Losrocken gegen Rechts!

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