Von Lehrermangel bis Quereinsteiger Susanne Kassold bei den Bildungspaten

Die SPD-Politikerin Susanne Kassold (Zweite von links) besuchte zum zweiten Mal die Fechenheimer Bildungspaten. Foto: sh

Fechenheim (sh) – Bereits zum zweiten Mal besuchte die SPD-Politikerin Susanne Kassold die Initiative Bildungspaten Fechenheim in deren „Schaltzentrale“ im Café „Cult fee“. „Die Bildungspaten und ihre Arbeit liegen mir am Herzen“, sagte die Sozialdemokratin.

Mit dem Beginn jedes neuen Schuljahrs stehen bei den Bildungspaten Veränderungen an. Die Mitglieder der Initiative unterrichten Schüler der Schule am Mainbogen und der Konrad-Haenisch-Schule, die sprachliche Defizite haben mit einer Extra-Stunde pro Woche. Dabei geht es in der Regel nicht um knifflige Grammatik, sondern um Grundlegendes wie lesen und das Gelesene zu verstehen. Ein Bildungspate unterrichtet ein Kind eine Stunde lang – das System hat sich bewährt. „Es gibt Wartelisten mit von den Schulen nominierten Kindern, die Hilfe beim Erlernen der deutschen Sprache brauchen. Wenn ein neues Schuljahr beginnt, führen wir lange Gespräche mit den Schulen darüber, bei welchen Kindern der Bedarf am dringendsten ist“, sagte die Leiterin der Bildungspaten Gabriele Roth. Geklärt wird, welche Kinder aus dem Vorjahr weiter mit den Bildungspaten lernen und wo neue Kinder nachrücken können. 37 Bildungspaten gibt es aktuell, die 16 Kinder an der Schule am Mainbogen und 21 Kinder an der Konrad-Haenisch-Schule betreuen.

Lehrermangel war ein Thema, das die Bildungspaten beschäftigte

Eine Frage, die den Bildungspaten beim Besuch von Susanne Kassold auf den Nägeln brannte, war, ob es im Ortsbezirk Lehrermangel gebe. „Es gibt keine verbindlichen Zahlen“, kam Kassold gleich auf den Punkt. Diese Zahlen müssen dringend erfasst werden. „Und wenn sie erfasst sind, wird ein Aufschrei durch das ganze Land gehen“, ist Kassold überzeugt. Der Lehrermangel sei „eklatant“ und gehöre zu den größten Herausforderungen der Politik. „Das wird in einer Legislaturperiode nicht zu bewältigen sein“, sagte Kassold, die bei der Landtagswahl im Oktober für den Wahlkreis 39, zu dem auch Fechenheim und Bergen-Enkheim gehören, antritt. „Selbst die Schüler fordern, dass der Unterrichtsausfall erfasst und etwas dagegen getan wird. Das will etwas heißen“, sagte die Politikerin. „Die Schüler wollen nicht abgehängt werden. Sie merken, dass ihnen etwas fehlt“, hat Kassold festgestellt.

Susanne Kassold diskutierte mit der Initiative über den Einsatz von Quereinsteigern

Ein weiterer Punkt, der von den Bildungspaten in diesem Zusammenhang angesprochen wurde, war der Einsatz von Quereinsteigern, bei denen oft die pädagogischen Voraussetzungen fehlen würden, um zu unterrichten. „Wichtig ist, dass Quereinsteiger verpflichtende Angebote für Fortbildungen bekommen“, sagte Kassold. Ein weiteres Anliegen der Sozialdemokratin ist in diesem Zusammenhang zudem die Abschaffung befristeter Arbeitsverträge im öffentlichen Dienst. Insbesondere wenn bei nicht-verbeamteten Pädagogen der Zeitvertrag ende, würden die Schüler ihre Vertrauens- und Bezugsperson verlieren. „Das ist ein extrem sensibles Thema“, sagte Kassold.

Die Arbeit der Bildungspaten, die den Schülern ehrenamtlich unter die Arme greifen, wird an den Schulen sehr geschätzt. „Vor 20 Jahren wären Bildungspaten an Schulen undenkbar gewesen. Die Skepsis der Lehrer gegenüber Laien wäre zu groß gewesen“, sagt Bildungspatin Beate Herok. Davon ist nichts zu spüren. „Die Lehrer geben uns freie Hand“, sagte Herok.

Wer mehr über die Bildungspaten Fechenheim erfahren möchte oder sich für eine ehrenamtliche Mitarbeit in der Initiative interessiert, erhält auf der Internetseite www.bildungspaten-fechenheim.de weitere Auskünfte.

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