EnBW will drei bis fünf Windräder auf Vorrangfläche errichten Gemeinde kann mitverdienen

Auf der Vorrangfläche 2708 für Windenergie zwischen Mittelbuchen, Wachenbuchen und Oberdorfelden sollen weitere Windräder entstehen. Die roten Quadrate zeigen die bestehenden Anlagen. Grafik: Privat Bild: -

Schöneck – Dass die EnBW Energie Baden-Württemberg ein Windkraftprojekt in Wachenbuchen plant, ist bereits bekannt. Die Stadt Maintal will sich über die Maintalwerke daran beteiligen. Aus einer Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der Schönecker Grünen geht jedoch hervor, dass auch Schöneck von der Errichtung der Anlagen profitieren könnte. Die Vorrangfläche, auf der die Windräder gebaut werden sollen, liegt auf Maintaler und Schönecker Gemarkung (siehe Grafik). „Die genaue Lage steht noch nicht fest“, heißt es.

Das ist der aktuelle Stand: Es sind drei bis fünf Windenergieanlagen mit 250 Meter Gesamthöhe und 160 Meter Rotordurchmesser geplant. Die Gesamtleistung soll 15 bis 30 Megawatt betragen, der Energieertrag 33 000 bis 60 000 Megawattstunden (MwH) pro Jahr (etwa 10 000 bis 20 000 Haushalte). Laut Info der Gemeinde würden aktuell die Antragsunterlagen zusammengestellt, die Antragseinreichung sei bis Ende 2024 vorgesehen. Eine Inbetriebnahme könnte 2027 erfolgen. Die EnBW würde die Gemeinde Schöneck an den Erlösen in Höhe von 0,2 Cent pro Kilowattstunde gemäß EEG beteiligen, heißt es. Die jährliche Zahlung wäre eine einseitige Zuwendung ohne Gegenleistung. Weitere Zahlungen seien im vorgeschlagenen Nutzungsvertrag aufgelistet, der derzeit geprüft werde. Für die Gemeinde Schöneck ist auch eine Beteiligung am Unternehmen möglich, so könnten zum Beispiel Geschäftsanteile an einer durch die ENBW gegründeten Projektgesellschaft erworben werden. Es ist jedoch nicht vorgesehen, eine Windenergie-Anlage auf gemeindeeigenem Grund zu errichten.

Auch für die Bürger soll es Möglichkeiten geben, zu profitieren. Für sie sei eine finanzielle Beteiligung am Projekt über ein qualifiziertes Nachrangdarlehen möglich. Hierbei könnten die Bürger über eine festgelegte Laufzeit und Verzinsung eine jährliche Ausschüttung erhalten, heißt es. Die Schönecker Grünen sind mit der Entwicklung zufrieden, wie Fraktionschef Wolfgang Seifried auf Nachfrage bestätigt. Vor einem Jahr hatte die Gemeindevertretung auf Vorschlag der Grünen beschlossen, zu prüfen, ob weitere Windräder auf der Vorrangfläche errichtet werden können. Dafür sollte Kontakt mit potenziellen Windkraftprojektieren aufgenommen werden. Nun scheint es so, dass die ausgemachte „Lücke“ demnächst geschlossen wird.
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