Natalie Reis aus Schöneck gewinnt 32 000 Euro bei „Wer wird Millionär?“ Jauch ein Geheimnis verraten

Nach ihrem sympathischen Auftritt bei Günther Jauch erhielt Natalie Reis aus Schöneck sogar Angebote, als Moderatorin zu arbeiten. Fotos tvnow/stefan Gregorowius/Thomas seifert

Schöneck – Mit einer kleinen Anekdote aus ihrem Berufsleben als Flugbegleiterin hat die gebürtige Schöneckerin Natalie Reis den „Wer wird Millionär?“-Moderator Günther Jauch erst zum Staunen und dann zu einer launigen Einlage in der Sendung Anfang August animiert. Ihr sympathischer Auftritt, bei dem sie 32 000 Euro gewann, blieb nicht ohne Folgen, es gab sowohl Kritik als auch viel Zustimmung von Kollegen und sogar Jobangebote.

Ihr Vater Joachim und Natalie Reis sind schon seit Jahren Fans der Sendung von Moderator Günther Jauch. Der Montagabend ist ein fester Termin, um vor dem TV-Gerät mit den Kandidaten mitzufiebern und das eigene Wissen zu testen. Und so entschloss sich Vater Reis, sich als Kandidat zu bewerben, wurde aber nicht angenommen. Natalie Reis ließ sich davon nicht abschrecken und meldete ihren Vater und sich selbst ein weiteres Mal an. Schon kurz darauf erhielt sie eine Einladung nach Hürth bei Köln, wo die Sendung aufgezeichnet wird.

„Ich habe mich intensiv auf die Fragen vorbereitet, habe diverse Bücher gekauft, mich in Internetforen von ehemaligen Kandidaten schlau gemacht, mir die Sendungs-App heruntergeladen, mich über Fragen aus vergangenen Sendungen informiert und mir handschriftlich auf 15 Seiten Antworten zu möglichen Fragen aus aktuellen Themengebieten notiert, weil der Trend bei der Sendung weg vom Allgemeinwissen und hin zu Aktuellem ging“, berichtet Natalie Reis. Mit einer Freundin ging es dann im Juni zum RTL-Studio, wo die 29-Jährige aber erst am zweiten Tag an der Reihe war und in der zweiten Runde im Kreis von sechs Kandidaten zum Zuge kam. Im weiteren Verlauf meisterte Reis auch knifflige Situationen in der am 9. August ausgestrahlten Sendung und brachte auch ihren Vater Joachim als Telefonjoker ins Spiel. „Da konnte er dann mit Günther Jauch persönlich reden“, freute sich die Tochter für den Papa. Letztlich konnte sich die 29-Jährige über 32 000 Euro freuen.

Der eigentliche Aufreger des Auftritts von Natalie Reis im positiven wie – leider auch – negativen Sinn war die Preisgabe eines kleinen Geheimnisses aus ihrem Berufsalltag. Die Flugbegleiterin verriet nämlich den „Geheimcode“ des Kabinenpersonals, wie besonders attraktive oder sympathische Fluggäste an Bord begrüßt werden. „Wir machen uns unter Kollegen manchmal einen Spaß daraus, Passagiere, die uns gefallen, zum Beispiel mit einem ‘Herzlich willkommen’ statt nur mit ‘Willkommen’, oder ‘Guten Tag’ zu begrüßen. Dann weiß die Kollegin am Einstieg, der oder die gefällt mir besonders“, erzählte die 29-Jährige.

Der Moderator nahm diese Vorlage dankend an und kündigte an, beim nächsten Flug besonders auf seine Begrüßung zu achten. Sollte die nicht mit „Herzlich willkommen“ ausfallen, dann werde er sich beim Bordpersonal beschweren, witzelte Günther Jauch. „Von einigen Kollegen bekam ich im Nachhinein Vorwürfe zu hören. Doch ganz viele Kolleginnen, die mich kennen und die schon mit mir zusammengearbeitet haben, fanden den Auftritt und den ‘Geheimnisverrat’ sehr erfrischend und sahen die Aussagen als das an, was sie waren, als lustige Anekdote“, freut sich Reis über die vielen positiven Reaktionen.

Dass die 29-Jährige, die derzeit in Kurzarbeit bei der Lufthansa beschäftigt ist, während der knappen Zeit in Hürth ein sehr gutes Verhältnis zu ihren Mitbewerbern aufgebaut hat, beweist die Tatsache, dass sie den anderen Kandidaten jeweils 1000 Euro aus ihrem Gewinn überwies. „Da waren auch Leute dabei, die durch die Pandemie gebeutelt worden sind“, erklärt Reis. Eine Mitbewerberin, eine Lehrerin aus Berlin, wird die 29-Jährige demnächst auch treffen, wenn sie ihre Schwester in der Hauptstadt besucht.

Und was macht Natalie Reis jetzt mit ihrem Gewinn? „Zunächst war ich erstaunt, als ich nach der Sendung Angebote bekam, als Moderatorin zu arbeiten. Das könnte ich mir durchaus neben meiner Tätigkeit als Flugbegleiterin vorstellen. Meine Arbeit will ich aber nicht aufgeben, da ich sehr gerne mit Menschen arbeite.“

Ihre große Liebe gehört aber der Mode. „Ich habe auch schon einige Modelle entworfen“, berichtet Reis. „Das Geld könnte ich als Startkapital für ein eigenes Label verwenden, bin mir aber durchaus bewusst, dass die Konkurrenz auf diesem Gebiet sehr groß ist. Dieser Geschäftszweig ließe sich aber mit der Tätigkeit bei der Lufthansa grundsätzlich vereinbaren“, blickt die 29-jährige Schöneckerin ein wenig in die Zukunft, um die ihr sicher nicht bange sein muss.
 tse

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