Prädatoren räubern jedoch die meisten Bodennester Erste Erfolge im Feuchtbiotop

Südlich der Kläranlage in der Nähe von Marköbel versucht ein Arbeitskreis, eine „Arche Noah“ für die bedrohte heimische Flora und Fauna zu schaffen. Bild: pm

Hammersbach – Seit mehreren Jahren bemüht sich ein Arbeitskreis aus Hammersbach, auf einer sechs Hektar großen Grünlandfläche eine Arche Noah für die bedrohte heimische Flora und Fauna zu schaffen. Kürzlich besuchten laut Mitteilung 40 Kuratorinnen und Kuratoren der Carl-Albrecht von Treuenfels Stiftung für Feuchtgebiete aus Deutschland, Schweiz und Österreich das Hammersbacher Feuchtbiotop. Die Stiftung hat die Schaffung von fünf „Himmelsteichen“ auf dem Areal finanziell gefördert. Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) ist Projektpartner.

Die Kuratoren wurden vor Ort von Dr. Tobias Reiners, Vorsitzender des Vorstandes der HGON, über die Vorteile des Biotops für die Erhaltung der heimischen Artenvielfalt und die Vernetzung von Naturschutzgebieten in Hessen informiert. Das Hammersbacher Biotop befindet sich nur 20 Kilometer südlich des Bingenheimer Rieds, wo inzwischen die Hälfte der in Hessen fast verschwundenen Kiebitze brüten. Reiners hofft, dass sich zahlreiche Arten, die in Bingenheim ihre Jungen erfolgreich aufziehen, in die in der Nähe liegenden Biotope ausbreiten. Der Experte wies darauf hin, dass in diesem Biotop vermutlich die hierzulande fast verschwundenen Wiesenbrüter wie zum Beispiel die Grauammer, die Wasserralle oder der Wiesenpieper keine Brut aufziehen können, da die Prädatorendichte viel zu hoch ist. Waschbären und Füchse räubern praktisch alle Nester aus.

Im Bingenheimer Ried hat man nach langem Kampf die Genehmigung zum Bau eines festen Schutzzauns erhalten, der innerhalb kurzer Zeit einen erstaunlich positiven Effekt hatte. Durch das Fernbleiben der Prädatoren können endlich wieder große Bruterfolge erzielt werden.

Während des Vortrages von Dr. Reiners zeigten sich ein Schwarzkehlchen, eine Gebirgsstelze und einen Neuntöter. Ein guter Anfang, so die Naturschützer.  
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