Runder Geburtstag wird mit einem großem Fest gefeiert 100 Jahre Mainhafen Hanau

Der Hanauer Hafen ist der zweitgrößte am Main und heute für die Wirtschaft der Brüder-Grimm-Stadt von enormer Bedeutung. Sein Bau dauerte drei Jahre, im Oktober vor 100 Jahren wurde er eröffnet. Bild: PM

Hanau – Unter Böllergekrache und Sirenengeheul soll Kurt Blaum am 25. Oktober 1924 gesagt haben: „Der Hanauer Mainhafen ist eröffnet!“ Der damalige Oberbürgermeister der Brüder-Grimm-Stadt konnte vielleicht ahnen, aber noch nicht wissen, welche Bedeutung der Standort einmal haben würde. Sein Amtsnachfolger Claus Kaminsky weiß es und bezeichnet den Hafen deshalb gerne als „Erfolgsgeschichte“. Sein Bau in den Jahren 1921 bis 1924 sei ein „Meilenstein“ für Hanaus Wirtschaft gewesen. Nun wird der Mainhafen 100 Jahre alt. Gefeiert werden soll der runde Geburtstag unter anderem mit einem Hafenfest am Samstag, 29. Juni.

„Mit Weitsicht wurden bereits vor mehr als einem Jahrhundert die Weichen für ein gutes Stück Hanauer Wirtschaftstradition gestellt“, wird OB Kaminsky in einer aktuellen Mitteilung der Stadt zitiert.

Bis es so weit war, dauerte es allerdings mehrere Jahrzehnte: Schon im ausgehenden 19. Jahrhundert war Hanaus Stadtoberen klar, dass die bisherigen Kapazitäten – der einst bis zum Kanaltorplatz reichende Mainkanal sowie zusätzliche Kais am Mainufer – zur Abwicklung des Schiffsgüterverkehrs nicht mehr ausreichen. Erst 1913 lagen alle politischen Beschlüsse und erforderlichen Baugenehmigung vor, der Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 verhinderte den Baustart. Sieben Jahre später war Deutschland ein anderes Land, Wirtschaft und Bevölkerung nach dem verlorenen Krieg schwer gebeutelt. Im Rahmen einer großen Maßnahme gegen die steigende Arbeitslosigkeit wurde ab dem Jahr 1921 das Großprojekt schließlich angegangen. Drei Jahre später folgte die Vollendung: Am Wochenende vom 24. bis 26. Oktober 1924 wurde der Mainhafen feierlich eröffnet, umrahmt von einem großen Stadtfest. Oberbürgermeister Blaum erhielt die zu diesem Zweck gestiftete Amtskette – Kaminsky trägt sie zu besonderen Anlässen heute noch.

Heute gehört der zweitgrößte Binnenhafen am Main zu den wichtigsten Umschlageplätzen, mit Wasserverbindungen bis nach Rotterdam sowie – dem Main-Donau-Kanal sei Dank – bis ans Schwarze Meer.

„Als reiner Industriehafen ist der Hanauer Hafen als zentrale Logistik-Drehscheibe zwischen Nordsee und Schwarzem Meer ein Magnet für die Wirtschaft. Diese Strahlkraft werden wir im Jubiläumsjahr den Menschen in Hanau und der Umgebung näherbringen“, wird Markus Menzen, Geschäftsführer der Hanau Hafen GmbH und der Beteiligungs-Holding Hanau GmbH (BHG), in der städtischen Mitteilung zitiert. Drei Verkehrswege treffen am Mainhafen aufeinander: Wasser, Schiene und Straße. Die Anbindung an die Bundesstraße 43a ermöglicht schnelle Wege auf die Autobahnen 3, 45 und 66, die Hafenbahn hat direkten Anschluss an den nicht weit entfernten Hanauer Hauptbahnhof. Im Zusammenspiel der großen Lieferketten sieht sich der Hafen der Brüder-Grimm-Stadt in erster Linie als Dienstleister. Zwar ohne Einfluss auf die Lieferketten, aber mit zuverlässiger Infrastruktur.

So konnte im ersten Corona-Jahr 2020, als andere Wirtschaftszweige bereits arg gebeutelt waren, sogar ein Plus von 4,6 Prozent beim Güterumschlag verzeichnet werden. Ausbremsen konnte den Mainhafen bislang nur der Klimawandel – als Niedrigwasser im Rhein aufgrund lang anhaltender Trockenheit wie etwa im Sommer 2022 auch die Binnenschifffahrt auf dem durch Staustufen regulierten Main zum Erliegen brachte.
 das